Die Marke
Aus Schweden kommt X Shore, eine Werft, die die Klarheit skandinavischen Designs mit modernem Akku-Antrieb zusammenbringt. Gebaut werden dort rein elektrische Premium-Dayboats, bei X Shore selbst Daycruiser genannt: Boote für Tagesausflüge, bei denen Erlebnis, Ruhe und Formgebung viel mehr zählen als die Zahl der Kojen.
In der europäischen Elektroboot-Szene ist der Name bekannt. Begegnet dir bei Elektrobooten der Begriff „schwedischer Minimalismus”, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Marke gemeint.
Lieber weniger Elemente, aber jedes sitzt. So lässt sich der Kern der skandinavischen Schule zusammenfassen: klare Linien, ein durchdachtes Deck, und der Fokus liegt auf der Zeit auf dem Wasser, nicht auf einer endlosen Liste von Komfort-Extras. Bei X Shore gehört der Elektroantrieb mit zu diesem Kern, und der fühlt sich völlig anders an als ein klassischer Verbrenner: kein Motordröhnen, kein Abgasgeruch. An Bord kannst du dich unterhalten, Musik hören oder einfach dem Wasser zuhören. Diese leise, aufgeräumte Art gibt der Marke im Premiumsegment ihren eigenen Charakter.
Das Unternehmen hinter dem Namen hat den Besitzer gewechselt. Im Oktober 2025 ging die Produktionsgesellschaft von X Shore in Konkurs, im Januar 2026 folgte die Muttergesellschaft. Noch im selben Januar kaufte der norwegische Investor Staale Reiersen über seine Firma Fortivo AS die Produktionsgesellschaft X Shore Production AB. Im April 2026 meldete X Shore, die neuen Eigentümer seien an Bord und die Produktion im Werk im schwedischen Nyköping laufe wieder voll. Herausgeberin der Geschäftsbedingungen ist heute die Fortivo Operations AB, die unter dem Namen X Shore auftritt.
X Shore in Aktion
Offizielle Bilder und die komplette Modellpalette: xshore.com ↗
Was ist ein Premium-Dayboat?
Morgens legst du ab, badest in einer stillen Bucht, isst an Deck zu Mittag, ziehst nachmittags am Ufer entlang und bist am Abend zurück im Hafen. Für diesen Tag ist ein Dayboat gebaut, frei übersetzt ein „Boot für einen Tag”: offen, mit großzügigem Deck, gedacht für Tage auf dem Wasser und nicht für mehrtägige Törns mit Kajüte. Auf die Zahl der Schlafplätze kommt es bei solchen Booten nicht an. Was zählt, ist der Komfort an Deck, die Sonnenfläche und die Frage, wie angenehm sich viele Stunden an Bord anfühlen.
Das Etikett „Premium und elektrisch” setzt zwei Dinge obendrauf. Zum einen den Anspruch an Material und Verarbeitung, denn in dieser Klasse zählen Details, Oberflächen und Ergonomie. Zum anderen den rein elektrischen Antrieb, der anders als ein Verbrenner nahezu unmerklich arbeitet, ohne Vibration und ohne Gerüche. Ein elektrischer Antriebsstrang ist meist auch einfacher aufgebaut als ein Benzin- oder Dieselmotor. Zusammen ergibt das an Bord vor allem Ruhe. Kein Motorlärm übertönt das Gespräch, und die Luft um dich herum bleibt sauber.
Am besten passt dieses Format zu Menschen, die auf dem Wasser vor allem Erholung, Geselligkeit und Ruhe suchen. Eine stille Runde in den Sonnenuntergang, ein Badestopp mit Freunden, ein entspannter Familiennachmittag: Dort zeigt ein elektrisches Dayboat seine beste Seite, und dort würden Lärm und Geruch eines Verbrenners besonders stark stören. Für solche Tage ist diese Bootskategorie gedacht, mit viel Platz an Deck und Sonnenfläche statt Kojen darunter.

Modelle
Flaggschiff der Palette ist die Eelex 8000, und ihr Datenblatt liest sich so: ein 170-kW-Motor, ein 126-kWh-Akku, eine Spitze von rund 30 Knoten (56 km/h) und bei 5 Knoten etwa 100 Seemeilen (sm) Reichweite, umgerechnet 185 km. Im selben Datenblatt gibt X Shore drei Jahre Garantie auf Akku, Motor, Rumpf und Deck, auf alle übrigen Teile und Komponenten ein Jahr.
Preislich spielt das in der Premiumliga. Auf der europäischen Website von X Shore stand die Eelex 8000 am 5. Oktober 2026 mit einem Startpreis von 249.000 €, die US-Seite nennt für dasselbe Boot ab 269.000 $. Ob im Euro-Betrag die Mehrwertsteuer schon enthalten ist, steht dort nicht. Die Geschäftsbedingungen von X Shore regeln es: Die Preise der Preislisten gelten im Allgemeinen ohne Mehrwertsteuer und, wenn nichts anderes vereinbart ist, ab Werk in Nyköping in Schweden. Wie Euro- und Dollarpreis zueinander stehen, erklärt die Werft nicht. Der Startpreis ist eben nur der Start: Steuer und Lieferung kommen dazu, und mit jeder Option, die du ankreuzt, wächst die Summe weiter.
Darunter sitzt die X Shore 1, das kompaktere Einstiegsmodell der Marke: laut EU-Preisliste ab 129.000 €, in den USA ab 139.000 $. Auch hier gelten die Listenpreise laut den Geschäftsbedingungen ohne Mehrwertsteuer und ab Werk. Interessiert dich das Boot, hol dir ein Angebot mit deiner Wunschausstattung direkt beim Hersteller.
Die Zahlen liest du am besten mit dem Alltag im Kopf. Die Höchstgeschwindigkeit von rund 30 Knoten sagt in erster Linie etwas darüber, was das Boot kann, wenn du es forderst. Am weitesten kommt ein Elektroboot, wenn du in gemütlichem, sparsamem Tempo unterwegs bist. Die 185 km beruhen auf der Angabe von X Shore, 100 Seemeilen bei 5 Knoten, im Datenblatt als Langsamfahrt geführt. Bei 20 Knoten, der genannten Reisegeschwindigkeit, nennt die Reichweitentabelle 32 Seemeilen (etwa 59 km), bei 30 Knoten Spitze noch 28 (etwa 52 km). In allen drei Werten steckt ein Range Extender für Langsamfahrt, der sich unter 10 Prozent Akkuladung zuschaltet. Wer dauerhaft schnell fährt, leert den Akku viel früher. Das langsame, leise Gleiten lässt dafür genug Reserve für einen ganzen Tag auf dem Wasser. Die Reichweite rechnest du besser vom geplanten Tempo und Programm her als von einer einzelnen Zahl.
Ein drittes Boot, die X Shore PRO, richtet sich als elektrisches Arbeitsboot an Profis auf dem Wasser. Ihr Datenblatt wiederholt Motor, Akku und Reichweite der Eelex 8000, und auch die Startpreise entsprechen denen des Flaggschiffs: 249.000 € auf der europäischen, 269.000 $ auf der US-Website. Die beiden Freizeitmodelle zielen auf unterschiedliche Bedürfnisse. Die Eelex 8000 ist das vollwertige Premium-Flaggschiff mit betonter Leistung und dem größeren Deck. Die X Shore 1 ist die kompaktere Alternative für alle, die die Marke eine Nummer kleiner ausprobieren möchten. Welche von beiden es wird, entscheidet weniger die größte Zahl als die Frage, welches Boot zu deinen Tagen auf dem Wasser passt: zur üblichen Größe deiner Crew und dazu, wie weit du an einem Tag hinauswillst.

X Shore auf deutschen Seen?
Von der Größenklasse her gehören die Freizeitboote von X Shore in die Dayboat-Kategorie (X Shore selbst spricht von Daycruisern, und die X Shore 1 gibt es auch als Kabinenversion mit zwei Schlafplätzen), und die passt zu unseren Seen am besten: Boote für gesellige Tagesausflüge, keine hochseetauglichen Yachten. Der leise, abgasfreie Elektroantrieb fügt sich gut in die Kulisse von Bodensee und Voralpenseen. Und die 185 km Reichweite der Eelex 8000 bei 5 Knoten reichen locker für einen kompletten Tag auf dem Wasser.
Auch die Rechtslage spricht für diesen Antrieb. Etliche Seen im deutschsprachigen Raum lassen Verbrenner nur eingeschränkt oder gar nicht zu, während reine Elektroboote auf den meisten davon fahren dürfen. Mit der Motorleistung einer Eelex brauchst du in Deutschland aber fast immer einen Sportbootführerschein, und am Bodensee gilt mit dem Bodenseeschifferpatent eine eigene Regelung. Welche Regeln wo gelten und welchen Schein du wofür brauchst, steht im Elektroboot-Guide.
Statt einer Tankstelle braucht ein Elektroboot Strom. Laut X Shore lädt die Eelex 8000 an fast jeder Steckdose oder Hafenladestation. Das Datenblatt nennt AC-Laden mit bis zu 22 kW, und mit einem DC-Lader geht der Akku in einer Stunde von 20 auf 80 Prozent. Reizt dich auch das Gleiten über dem Wasser, dann sieh dir unsere Seite über Hydrofoil-Boote an.
Was du vor dem Kauf abwägen solltest
Schwächen des Bootes stehen in der Liste unten nicht. Es sind Fragen an dich selbst, und mit den Antworten schätzt du realistisch ein, ob ein Premium-Elektro-Dayboat zu deinen Plänen und Gewohnheiten passt. Klär sie, solange die Entscheidung noch offen ist.
- Nutzungsprofil: Kurze Tagestouren, baden, Gäste an Bord? Dafür ist die Dayboat-Form wie gemacht. Für längere Törns mit Kajüte und Übernachtung bist du mit einem anderen Bootstyp besser bedient.
- Tempo und Reichweite: Welche Strecken willst du in welchem Tempo fahren? Die Reichweite hängt an der Geschwindigkeit, und ruhiges Gleiten trägt dich viel weiter als ständige Vollgasfahrt.
- Laden: Gibt es in deinem Stammhafen eine passende Lademöglichkeit, und passt das Nachladen über Nacht in deinen Tagesrhythmus?
- Budget: Hier bewegst du dich im oberen Preissegment. Laut EU-Preisliste beginnt das Flaggschiff bei 249.000 €, das Einstiegsmodell bei 129.000 €, jeweils ohne Mehrwertsteuer und ab Werk. Was deine Ausstattung kostet und was Steuer und Lieferung ausmachen, klärst du mit dem Hersteller.
- Verfügbarkeit und Service: Wo kannst du das Boot live ansehen, Probe fahren und später warten lassen? Bei einem Boot in dieser Preisklasse hängt an der Antwort genauso viel wie an der Wahl des Modells.
Du musst nicht sofort auf alles eine Antwort haben. Je klarer dein Bild vom eigenen Bootsalltag, desto leichter fällt die Entscheidung, ob ein X Shore oder überhaupt ein elektrisches Dayboat wirklich zu deinen Tagen auf dem Wasser passt. Zu diesem Bild kommst du am schnellsten, wenn du das Boot live ansiehst und, wo es geht, auf dem Wasser Probe fährst.
X Shore im Marktumfeld
X Shore ist auf diesem Markt nicht allein, und leicht ist er auch nicht. Im Juni 2025 nannte der Chef von X Shore, René Hansen, ihn einen schwierigen Markt. Mindestens ein Konkurrent arbeitet mit einem Autohersteller zusammen: Frauscher baut seine Boote Frauscher x Porsche gemeinsam mit Porsche. In diesem Feld hebt sich X Shore mit seinem skandinavischen, vom Design her gedachten Ansatz von den anderen ab.
Wenn du die Marke mit anderen vergleichen willst: Auf Foilfun stellen wir mehrere ähnliche Anbieter vor. Das österreichische Frauscher fährt im selben Feld der Premium-Dayboats, das dänische Rand bietet mit seinen klar gezeichneten elektrischen Freizeitbooten eine weitere Alternative. Für die Orientierung im Gesamtbild gibt es unseren Elektroboot-Guide mit dem Überblick, worauf du auf heimischen Gewässern achten solltest.
X Shore ist kein isoliertes Kuriosum, eher eine Marke, die man gut wiedererkennt, und nach den Konkursen von 2025 und 2026 stehen neue Eigentümer dahinter. Wer heute über ein Premium-Elektro-Dayboat nachdenkt, sollte sich mehrere Hersteller ansehen und das Boot suchen, das zum eigenen Geschmack und Bootsalltag passt. X Shore gehört in so einen Vergleich hinein, und ob die schwedische Klarheit zu deinen Tagen auf dem Wasser passt, zeigt dir am ehesten eine Probefahrt.


