Foil Assist

Elektrischer Startschub für dein vorhandenes Foil-Setup

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Was ist ein Foil Assist?

Ein kleiner Motor am Mast oder im Brett, ein Akku mit ein paar hundert Wattstunden, dazu eine Fernbedienung: Viel mehr steckt in einem Foil Assist nicht. Es ist ein kompaktes elektrisches Antriebssystem, das du an dein vorhandenes Hydrofoil-Setup schraubst. Seinen Schub liefert der Motor vor allem für den Start. Er bringt dich ohne Welle, Wind oder Motorboot auf den Flügel. Sobald du fliegst, gleitest und pumpst du selbst weiter, und viele fahren den Rest der Session komplett ohne Motor. Foil Drive, bei dem das alles angefangen hat, spricht vom kurzen, kräftigen Schub und dem „puren Gleiten“ danach. Um diesen Wechsel vom Schub zum Gleiten dreht sich hier alles.

Beim eFoil ist das grundlegend anders. Ein großer Akku um 1 kWh und ein dauerhaft laufender Motor tragen dort das Brett. Ein Assist-System bringt je nach Hersteller 2 bis 7,9 kg zusätzlich ans Material, und die Akkus reichen von 166 bis 864 Wh. Dafür bleibt dein Board, was es war, ein Surffoil: leicht, lebendig, und in der Welle oder beim Pumpen gleitet es so, wie ein vollwertiges eFoil-Brett es mit seinem Mehrgewicht nicht kann.

Kaum eine Ecke des Foilmarkts ist in so wenigen Jahren so stark gewachsen wie diese. Angefangen hat es mit dem australischen Pionier Foil Drive, inzwischen mischen Duotone, Fliteboard und mehrere kleinere Hersteller mit, und Lift verfolgt mit einem Hybrid-eFoil denselben Gedanken. Was es davon 2026 gibt, gehen wir unten System für System durch, mit den offiziellen Herstellerdaten als Grundlage.

Wie funktioniert das? Drei Bauformen

Der Motor sitzt am Mast, im Mast oder im Brett; eine vierte Bauform hat sich bisher nicht durchgesetzt. Welche der drei du nimmst, hängt stark davon ab, mit welcher du am besten leben kannst.

1. Nachrüst-Pod am vorhandenen Mast. Die klassische Lösung. Eine strömungsgünstige Motorgondel sitzt mit einer Klemme an deinem Mast, das Kabel läuft zur Akkubox auf dem Deck. So arbeiten die „Retro Fit“-Montage von Foil Drive, der Universal-Pod von Manta Foils und der Stoke Foil Boost. Dein komplettes Material bleibt im Einsatz, und wechselst du irgendwann den Mast, lässt sich das System auf den neuen umbauen.

2. Integrierter Mast. Der Motor sitzt ab Werk im Mast. Hydrodynamisch ist das die sauberere Lösung, nur bist du damit an diesen einen Mast gebunden. Duotone baut seinen Foil Assist so, mit einem 84 cm langen eMast, und Foil Drive hat integrierte Masten für Foils von NORTH, AXIS, Armstrong, Unifoil, CODE, Cloud IX und AK im Programm.

3. Jet im Board. Beim FLITELab-AMP-System von Fliteboard bleibt der Mast frei; ein gekapselter Wasserjet (AMPJet) sitzt mitten im Brett. Du brauchst ein eigenes AMP-Board, fährst aber deinen gewohnten Mast und deine gewohnten Flügel weiter, und unter Wasser ändert sich nichts.

Eins haben die Akkus aller Marken gemeinsam: Sie sind auf Flugreisen ausgelegt. Die 159,6-Wh-Zellen von Duotone bleiben knapp unter dem 160-Wh-Limit für Passagierflüge. Der Travel-Akku von Foil Drive lässt sich in drei einzeln zulässige Module zerlegen. Die 142-Wh-AMPCells von Flite und die 97-Wh-Packs von Manta sind genauso um diese Grenze herum konstruiert. Zufall ist das keiner. Gebaut wird für den reisenden Foiler, der sein System im Koffer mitnimmt.

Prone-Foiler gleitet auf einer Welle, die Kernzielgruppe der Foil-Assist-Systeme

Die wichtigsten Systeme 2026

Die Daten unten stammen von den offiziellen Herstellerseiten, zuletzt gelesen am 12. September 2026. Wo ein Hersteller nichts angibt, steht hier auch keine Zahl.

Foil Drive Assist MAX, Assist Slim und Fusion

Foil Drive aus Australien hat die Kategorie begründet, und der Slogan klingt entsprechend selbstbewusst: „the original foil assist“. Das Topmodell Assist MAX ist ein 40-Volt-System mit 29 kg Schub und 1.854 W Spitzenleistung; mit dem kleinsten Akku startet das Zusatzgewicht bei 4,8 kg, und die Akkus skalieren von 332 bis 594 Wh. Fahrzeiten standen früher auf der Produktseite, inzwischen druckt Foil Drive sie nicht mehr. Wie lange ein Akku hält, hängt laut Hersteller von Gewicht, Foil, Bedingungen und Fahrstil ab. Wasserdicht ist die ganze Einheit nach IP68. Im europäischen Webshop kostet der Assist MAX ab 3.720 € inklusive MwSt., die Pakete mit integriertem Mast liegen zwischen 5.084 und 6.612 €.

Wem es ums Pumpen und Gleiten geht, für den ist der schlankere Assist Slim gedacht: ab 3,75 kg Zusatzgewicht, 26,5 kg Schub und Akkus mit 166 bis 241 Wh. Eine Fahrzeit nennt Foil Drive auch für ihn nicht. Im EU-Shop kostet er 3.782 bis 4.309 €; die günstigste Variante war beim Lesen vergriffen, bestellbar ist der Slim ab 3.999 €. Eine Höchstgeschwindigkeit gibt Foil Drive für keines der Modelle an, und allein das verrät einiges über diese Art Antrieb. Der Start zählt hier, nicht der Topspeed.

Der Fusion ist der Neuzugang, das dritte System der zweiten Generation. Er arbeitet mit 43,2 Volt, einem 864-Wh-Akku und 34 kg Schub. Ein Leichtgewicht ist er nicht, mit mindestens 7,9 kg Einbaugewicht ist er der schwerste Assist im Programm von Foil Drive. Das Basiskit kostet im EU-Shop ab 4.258 € mit Mehrwertsteuer; mit integriertem Mast wird es teurer.

Duotone Foil Assist

Duotone gehört zur Boards-&-More-Gruppe, und die Lösung für 2026 ist der integrierte Mast: Der Motor sitzt in einem eigens dafür gebauten, 84 cm langen eMast, der Propeller 17 cm unterhalb der Aufnahme. Die beiden Akkus kommen gar nicht erst aufs Brett. Sie stecken in einer wasserdichten „eHarness“-Box am Hüftgurt, und gesteuert wird über einen wasserdichten Ring im Smartwatch-Stil (eRemote Watch Ring). Was der eMast wiegt, sagt Duotone nicht mehr; der Akkugurt bringt rund 3,76 kg auf die Waage. An Fahrzeit nennt der Hersteller 25 bis 40 Minuten, zu Schub und Höchstgeschwindigkeit sagt er nichts. Einen Preis zeigt Duotone online nicht. Die Händler-Preisempfehlung liegt bei 4.799 € für das Foil Assist Set AL 2026 und 5.999 € für das D/LAB-Set. Auch ein drittes Paket, das Foil Cruise Set AL 2026, kostet 4.799 €. Verkauft werden alle drei über das Händlernetz von Duotone, und den Endpreis nennt dir der jeweilige Händler.

Fliteboard FLITELab AMP

FLITELab heißt die Experimentalabteilung von Fliteboard, und sie geht einen ganz anderen Weg: Die AMP-Boards tragen einen Wasserstrahlantrieb namens AMPJet mittig im Brett, und an den setzt du deinen eigenen Mast und deine eigenen Flügel. Mit zwei flugtauglichen 142-Wh-AMPCell-Akkus kommt das System auf 25 kg Schub. Die Pakete (Board, AMPJet, zwei Akkus, Ladegerät, Controller, Tasche) liegen im US-Shop zwischen 7.924 und 8.419 $. Zur Fahrzeit und zum Gesamtgewicht veröffentlicht der Hersteller nichts.

Der Rest des Feldes: Manta, Stoke und der Hybrid von Lift

Manta Foils baut sein TakeOff-System auf wechselbare 97-Wh-Packs: Das TakeOff Evo beginnt bei 2,5 kg (194 Wh, 15 bis 20 Minuten), die größte Kombination mit 712 Wh verspricht 65 bis 70 Minuten. Im EU-Shop von Manta kostet das TakeOff Evo 5.380 € inkl. MwSt., das TakeOff Flow als Komplettset 5.022 € inkl. MwSt. (Shop-Preise, gelesen am 12. September 2026). Kapazität und Fahrzeit des Flow stehen nicht auf der Evo-Seite, und was dort nicht steht, lassen wir hier weg. Stoke, ein Hersteller aus Australien, setzt seine Foil-Boost-Systeme oben an den Mast, direkt unter das Brett; für die Ultra-Variante nennt Stoke 68 lbs Schub (rund 31 kg), 35 km/h Spitze und bis zu 60 Minuten Fahrzeit.

Der LIFTX von Lift ist ein Fall für sich. Ein Nachrüstsatz ist er nicht, ein Hybrid-eFoil schon: ein komplettes Brett mit 0,9-kWh-Akku und rund 20 kg Gewicht, das ohne Motor als Surffoil funktioniert. Preislich gehört er mit 13.999 $ eher in die eFoil-Klasse, will aber das Gleiche wie ein Assist, nämlich den motorisierten Start und danach das freie Gleiten.

Die vier großen Systeme nebeneinander

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Foil-Assist-Systeme im Vergleich, nach Herstellerangaben
Foil Drive MAXFoil Drive SlimDuotone Foil AssistFLITELab AMP
BauformPod am Mast / integrierter MastPod am Mastintegrierter eMastJet im Board
Akku332-594 Wh166-241 Wh2× 159,6 Wh (am Hüftgurt)2× 142 Wh
Fahrzeit (Hersteller)nicht mehr veröffentlichtnicht mehr veröffentlicht25-40 Min.keine Angabe
Zusatzgewicht4,8-5,8 kgab 3,75 kgGurt ca. 3,76 kg, Mast ohne Angabekeine Angabe
Schub29 kg26,5 kgkeine Angabe25 kg
Preis (ca.)ab 3.720 €3.782-4.309 €4.799 € (AL) / 5.999 € (D/LAB)7.924-8.419 $ (mit Board)
Richtpreise laut den offiziellen Webshops der Hersteller, Foil Drive inkl. MwSt., Duotone: Händler-Preisempfehlung, Verkauf über den Fachhandel (gelesen am 12. September 2026). Nicht in der Tabelle: Foil Drive Fusion, 864 Wh, 34 kg Schub, ab 7,9 kg, ab 4.258 €.

Wenn du uns fragst: Mit einem vorhandenen Set fängst du am besten bei Foil Drive an, dort gibt es die meiste Erfahrung, den eingespielten Service und die längste Liste kompatibler Masten. Das leichteste Brett ergibt das Duotone-System mit dem Akku an der Hüfte. Und FLITELab passt zu allen, die sowieso ein neues Board kaufen würden und unter Wasser alles beim Alten lassen wollen.

Foil Assist oder eFoil?

Auf den ersten Blick sehen sich die beiden ähnlich, und doch beantworten sie verschiedene Fragen. Ein eFoil, auch e-Foil geschrieben, ist dafür gebaut, dass jeder ohne Foil-Vorerfahrung oft schon innerhalb einer Stunde über dem Wasser fliegt: Der Motor läuft durchgehend, der große Akku liefert 45 bis 120 Minuten Fahrzeit, und das Brett ist stabil und verzeiht Fehler. Ein Foil Assist setzt voraus, dass du schon foilen kannst. Der Motor hebt dich auf den Flügel, ab dort tragen dich Welle, Pumpen oder Wind.

Den Unterschied im Gewicht spürst du auf dem Wasser. Ein Prone-Board mit Assist bleibt samt Antrieb in der Größenordnung von 10 kg, ein komplettes eFoil-Set wiegt im Normalfall 25 bis 35 kg. Dafür ist die Fahrzeit beim eFoil planbar, und eine Welle brauchst du nicht. Beim Preis ist die Lücke kleiner, als man denkt, denn Einsteiger-eFoils und die oberen Assist-Pakete überschneiden sich; die Zahlen dazu stehen in unserer eFoil-Vergleichstabelle und auf der Seite zu den eFoil-Preisen.

Suchst du das surfige Gleitgefühl und foilst schon, nimm den Assist. Zum eFoil greifst du, wenn du das Foilen erst noch lernen willst oder dir das Brett mit der Familie teilst.

Kaufen in Deutschland und der EU

Im Laden um die Ecke wirst du bei Foil-Assist-Systemen bisher selten fündig. Die Bestellung innerhalb der EU ist aber unkompliziert. Foil Drive betreibt einen eigenen Europa-Webshop (eu.foildrive.com, mit niederländischer Firma im Hintergrund) mit Europreisen und EU-Versand, Zollgebühren fallen damit keine an. Duotone bringt seine Produkte über das Händlernetz der Marke in den Handel; weil online keine Preise stehen, fragst du das Foil Assist Set direkt bei einem offiziellen Duotone-Händler an. Manta Foils verkauft in Euro über einen eigenen EU-Shop. Fliteboard liefert aus seinem EU-Webshop innerhalb der EU, und den LIFTX bekommst du über das europäische Händlernetz von Lift.

Zwei Dinge solltest du klären, bevor du bestellst. Das erste ist die Kompatibilität: Bei Pod-Systemen zählen Breite und Material deines Mastes, bei integrierten Masten die Frage, ob es einen Adapter für deine Flügel gibt. Der andere Punkt ist der Akkuservice. Diese Systeme halten lange, weil sich der Akku tauschen lässt, und dann macht es einen Unterschied, zu welchem Preis und zu welchen Versandbedingungen ein Ersatzakku lieferbar ist. Lithium-Akkus reisen nämlich als Gefahrgut.

Für wen lohnt sich ein Foil Assist?

Den größten Gewinn bringt so ein System allen, die schon einen Foilsport betreiben. Surf- und Prone-Foilern ersetzt der Motor den Wellenanschub auch dort, wo keine saubere Welle läuft. Downwind-Paddlern nimmt er den Start ab, den schwierigsten Teil. Und Wingfoiler kommen damit auch an windstillen Tagen aufs Wasser. Gerade der letzte Punkt macht sich auf Binnenseen bemerkbar: Am Bodensee wie auf vielen anderen Seen weht nicht jeden Tag so viel Wind, wie der Wing verlangt, und ein Foil mit Assist hebt auch auf spiegelglattem Wasser ab.

Ohne jede Foil-Erfahrung raten wir dir erst mal zu den Grundlagen: Nach einem eFoil-Kurs oder einem Wingkurs hast du von einem Assist-System weit mehr. Das Fliegen an sich lernt sich schnell. Das Gleiten ohne Motor, auf dem beim Foil Assist alles aufbaut, braucht Übung.

Häufige Fragen

Was ist ein Foil Assist?

Ein E-Antrieb fürs eigene Surf-, Prone- oder Downwind-Foil: Er hebt dich auf den Flügel, danach gleitest du meist selbst.

Was kostet ein Foil-Assist-System?

Bei Foil Drive, dem Begründer der Kategorie, kostet der Assist Slim im europäischen Webshop 3.782 bis 4.309 €, der Assist MAX beginnt bei 3.720 € und der neue Fusion bei 4.258 €, alles inklusive MwSt. Das TakeOff Evo von Manta Foils liegt bei 5.380 € inkl. MwSt. Für Duotone gibt es nur die unverbindliche Händler-Preisempfehlung, 4.799 € für das Foil Assist Set AL 2026 und 5.999 € für das D/LAB-Set, gekauft wird beides über einen Duotone-Händler. Die AMP-Boardpakete von Fliteboard FLITELab bewegen sich zwischen 7.924 und 8.419 $. Board, Mast und Flügel stecken nicht in jedem dieser Preise, die Endsumme hängt daher auch davon ab, was du an Material schon besitzt.

Brauche ich eigenes Foil-Material dazu?

Meistens ja. Foil Drive klemmt seinen Pod an deinen vorhandenen Mast, und am AMPJet-Board von Fliteboard fährst du deinen eigenen Mast samt Flügeln weiter. Anders bei Duotone: Dort sitzt der Motor in einem eigenen, 84 cm langen eMast, und deine Flügel passen nur mit einem separaten Fuselage-Adapter daran.

Darf der Akku eines Foil Assist mit ins Flugzeug?

Die Hersteller legen ihre Akkus gezielt auf die Grenzen des Luftverkehrs aus. Duotones Zellen haben 159,6 Wh und bleiben damit knapp unter dem 160-Wh-Limit für Passagierflüge, den MAX-Travel-Akku von Foil Drive zerlegst du in drei einzeln zulässige Module, und Fliteboard nutzt flugtaugliche AMPCell-Akkus mit 142 Wh. Vor jeder Reise liest du trotzdem nach, was deine Airline aktuell erlaubt.

Ist ein Foil Assist eine gute Wahl für komplette Anfänger?

Nein, nicht als erster Schritt. Der Motor hilft nur beim Start; gleiten und pumpen musst du danach selbst, und dafür musst du bereits foilen können. Wer gerade erst mit dem Foilen anfängt, für den ist ein eFoil-Kurs der leichtere Einstieg, und auf ein Assist-System umsteigen kann er später jederzeit.

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