Die Marke
Sežana, eine Kleinstadt im slowenisch-italienischen Grenzgebiet, ist der Sitz von Alfastreet Yachts. Lange trat die Werft als Alfastreet Marine auf. Betrieben wird sie von der Pockaj d.o.o., und aufs offene Meer hatte sie es nie abgesehen. Elektrische Seeboote und Dayboats stehen im Programm neben Modellen mit Innen- oder Außenbordmotor, und der Blick auf geschützte Gewässer prägt alles Weitere an diesen Booten. Die Werft spricht selbst von Luxus, wir sehen ihre Boote in der oberen Mittelklasse. Mit dem obersten Luxussegment, in dem etwa Frauscher zu Hause ist, konkurriert Alfastreet nicht. Die Werft hat sich eine Stufe darunter eingerichtet, und anspruchsvoll verarbeitet sind ihre Boote dennoch.
Ihre Elektroversionen bewirbt die Werft für Seen und ruhige Gewässer, auch für jene, auf denen Verbrennungsmotoren eingeschränkt oder ganz verboten sind. Eine ältere deutschsprachige Seite der früheren Website begründete das Elektroangebot mit den „immer strengeren Auflagen für den Betrieb von Motorbooten auf Binnengewässern, vorwiegend auf Binnenseen“, und schon in der Flotte von 2014, die aus drei Booten bestand, fuhr das Energy 18 elektrisch. Auf solches Wasser kommst du sinnvoll nur mit leisem Elektroantrieb. In Bayern und Österreich ist das auf vielen Seen Alltag, und wer dort regelmäßig aufs Wasser geht, kennt diese Auflagen aus eigener Erfahrung.
Spannender als der Standort ist, was die obere Mittelklasse für dich bedeutet. Mit einem Einsteigerboot aus Massenfertigung musst du dich nicht zufriedengeben, das Budget für maßgeschneiderten Spitzenluxus aber auch nicht aufbringen. Alfastreet zielt auf den Bereich dazwischen: Material, Verarbeitung und Komfort sind schon gehoben, das Boot ist aber noch kein Prestigeobjekt, das in jedem Detail auf einen einzigen Eigner zugeschnitten wurde und entsprechend bezahlt werden will. Für viele Käufer am See ist das der goldene Mittelweg.
Eine harte Grenze zwischen See und Meer zieht die Werft selbst nicht. Auf ihrer Über-uns-Seite ist vom besten Erlebnis auf jedem Gewässer die Rede, jedes Modell der Elektroserie gibt es auch mit Verbrennungsmotor, und alle Modelle auf der Website tragen die CE-Entwurfskategorie C, die für Wind bis Stärke 6 auf der Beaufort-Skala und eine signifikante Wellenhöhe bis 2 Meter gilt. Das 28 Cabin Electric hat einen Verdrängerrumpf. Ein für ruhige Seen entwickeltes Boot verhält sich anders als ein Sportboot fürs Meer. Es muss nicht gegen Wellengang ankämpfen, es ist auf leises, komfortables Cruisen mit wenig Pflegeaufwand ausgelegt. Und das ist es, wonach sich die meisten nach einer langen Woche sehnen, wenn sie ans Wasser fahren.
Alfastreet in Bewegung
Der Clip stammt vom YouTube-Kanal der Werft, Alfastreet Yachts, und zeigt das 28 Cabin. Laut Hersteller ist es 8,6 Meter lang (9,8 Meter über alles), wiegt leer 4.300 kg und bietet Platz für bis zu 12 Erwachsene. Fotos und das übrige Programm findest du auf alfastreet-yachts.com.

Modelle
Zehn Modellseiten von 6,6 bis 10,1 Metern über alles hat die heutige Website der Werft, alfastreet-yachts.com, aufgeteilt in eine Innenborder-, eine Außenborder- und eine Elektroserie. Nach eigener Zählung der Werft war die Hälfte der Boote, die sie verkauft hat, elektrisch. Zur Elektroserie gehören vier Modelle: 21 Open, 23 Cabin Evo, 28 Cabin und 28 Open. Mit der alten Domain verhält es sich anders. Als wir alfastreet-marine.com am 12. September 2026 aufriefen, war sie geparkt und stand zum Verkauf, ein kurzes Skript leitete auf eine Verkaufsseite von GoDaddy weiter, und weder alfastreetmarine.com noch alfastreet-marine.si lösten auf. Geschlossen hatte die Werft nicht, sie hatte nur ihre Adresse im Netz gewechselt. Archivierte Aufnahmen zeigen die alte Domain im Januar und März 2024 mit einer Weiterleitung auf alfastreet-yachts.com, und dort tritt die Marke heute als Alfastreet Yachts auf, unter derselben Anschrift in Sežana wie früher. Wo wir nichts anderes sagen, stammen die Zahlen unten von dieser Website, gelesen am 5. Oktober 2026.
Zwei Elektromodelle stechen heraus: das kompakte, offene 21 Open Electric (6,3 m lang, 6,6 m über alles) als kleinstes der Reihe für spontane Nachmittage und das größere 23 Cabin Evo Electric (6,9 m, 7,8 m über alles) mit Kabine für ganze Tage. Das ältere 18 Open führt die Werft nicht mehr, ihre Spezifikation von 2019 nannte für das Boot 5,4 m Länge und 5,8 m über alles.
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| 21 Open Electric | 23 Cabin Evo Electric | |
|---|---|---|
| Länge | 6,3 m | 6,9 m |
| Länge über alles | 6,6 m | 7,8 m |
| Breite | 2,3 m | 2,4 m |
| Leergewicht | 1.600 kg | 2.100 kg |
| Max. Personen | 8 Erwachsene | 8 Erwachsene |
| Kabinenbetten | Keine | 2 |
| Konzept | Offenes Dayboat | Elektroboot mit Kabine |
| Typischer Einsatz | Tagesausflüge, Badestopps | Längere Seetouren, mehr Komfort |
Konkrete Preise nennen wir nicht, und der Grund dafür hat sich geändert. Früher widersprachen sich die öffentlich auffindbaren Zahlen. Heute ist es einfacher, denn weder auf der aktuellen Website noch im Online-Konfigurator der Werft steht ein Preis (beides gelesen am 5. Oktober 2026). Einen Preis erfragst du bei der Werft oder bei einem Händler, der die Marke verkauft hat, und lässt ihn dir schriftlich geben, mit Motor, Akku und Ausstattung Posten für Posten. Startpreise nannte die alte Website 2019 durchaus. Sie galten ohne Steuer und ohne Motor und taugen als Maßstab für heute nicht. Bleibt die Einordnung, und auch die ist unsere eigene: Wir sehen die Boote in der oberen Mittelklasse, die Werft verkauft sie als Luxus.
Zwischen den zehn Modellseiten der heutigen Website findest du dich am ehesten zurecht, wenn du die reine Länge erst mal beiseite lässt und fragst, wofür du das Boot nutzen willst. Kürzere, offene Boote spielen ihre Stärken bei spontanen, unkomplizierten Ausflügen aus. Längere Kabinenmodelle bei ganztägigen Programmen mit mehr geschütztem Raum. Auch die Ausstattung unterscheidet sich von Konfiguration zu Konfiguration: Dasselbe Modell wirkt minimalistisch bestückt völlig anders als in der Vollausstattung. Eine Besichtigung oder eine Probefahrt verrät dir mehr als jedes Datenblatt, schon weil du dort siehst, was an Bord tatsächlich verbaut ist.
Denk beim Kauf an deine heutigen Gewohnheiten, und daran, wie sie sich verändern könnten. Seid ihr heute zu zweit unterwegs, wächst aber vielleicht bald die Familie oder der Freundeskreis, ist ein etwas größeres Modell mit mehr Platz auf lange Sicht die bequemere Wahl. Umgekehrt gilt das genauso. Drehst du in Wahrheit fast immer nur kurze, leichte Runden, fährst du mit einem einfacheren, kleineren Boot womöglich besser und bezahlst nicht für Papierwerte, die du nie abrufst.

Offen oder Kabine? So entscheidest du
21 Open Electric oder 23 Cabin Evo Electric, offen oder mit Kabine: Das sind die zwei Richtungen, zwischen denen sich die meisten Käufer am See entscheiden. Um die reine Größe, die Meter auf dem Datenblatt, geht es selten. Wichtiger ist, wie, mit wem und wie lange du deine Tage auf dem Wasser verbringst. Bevor du dich festlegst, solltest du für dich selbst Folgendes klären:
- Mit wem du rausfährst: In einer erwachsenen Freundesrunde gewinnt das großzügige, offene Deck. Mit kleinen Kindern oder gemischten Generationen zählen Schatten und ein geschützter Bereich viel mehr.
- Wie lange du draußen bleibst: Für ein paar Stunden Baden genügt ein offenes Boot ohne Weiteres. Bei einem ganzen Tag oder einer Tour bis in den Abend ist der Rückzugsort unter dem Kabinendach dann sehr willkommen.
- Sonne oder Schatten: Stehen Baden und Sonnen im Mittelpunkt, passt das offene Layout besser, und an heißen Nachmittagen, an denen du dennoch draußen bleiben willst, zahlt sich der überdachte Bereich aus.
- Lagerung und Liegeplatz: Ein kürzeres, leichteres Boot ist einfacher unterzubringen und zu bewegen, während das größere Kabinenmodell mehr Platz und oft auch einen größeren Liegeplatz braucht.
- Komfort oder Einfachheit: Je mehr geschlossener Raum und Ausstattung, desto mehr Komfort, aber auch desto mehr Dinge, um die du dich kümmern musst.
Meist nur ein kurzer, spontaner Abstecher zwischen Strand und stiller Bucht? Dann ist das offene Boot befreiend einfach. Einsteigen, losfahren, baden, heimkehren. Verbringst du gern ganze Tage auf dem Wasser, wartest auch mal einen Schauer ab oder hast einfach gern einen überdachten Platz an Bord, bekommst du mit der Kabinenversion klar mehr fürs Geld.
Eine absolut richtige Antwort gibt es nicht. Welche Bauform passt, ergibt sich aus deinen Gewohnheiten, aus dem, was du an einem gewöhnlichen Sommerwochenende tatsächlich mit dem Boot anstellst. Probier vor der Entscheidung ruhig beide Bauformen aus: Auf einer Probefahrt merkst du schon nach kurzer Zeit, welche zu deinem Stil passt.
Ein Tag an Bord
An einem ganz normalen Sommertag merkst du den Unterschied eines elektrischen Seeboots zuerst mit den Ohren. Es ist still. Ohne Motordröhnen und Abgasgeruch klingen Wasser, Wind und Schilf völlig anders. Viele suchen diese Ruhe, wenn sie an den See fahren, und ein leiser Elektroantrieb nimmt ihnen nichts davon weg.
Ein typischer Tag: morgens eine langsame Ausfahrt mit Kaffee über das noch spiegelglatte Wasser, mittags ein Ankerstopp in einer geschützten Bucht, Baden, Mittagessen an Bord, am späten Nachmittag eine gemütliche Überfahrt ans andere Ufer, zum Sonnenuntergang leise zurück in den Hafen. Für diesen Rhythmus ist ein Boot der Dayboat-Klasse wie geschaffen. Groß genug für ein Ganztagesprogramm, und doch so handlich, dass nicht jedes Auslaufen zum Projekt wird.
An einem Werktagmorgen gehört das Boot dir und der Stille, an einem Wochenendnachmittag füllt es sich mit Freunden, und an einem ruhigen Abend fährst du mit Gästen eine Runde in den Sonnenuntergang. Jeder dieser Tage sieht anders aus, und ein gut gewähltes Seeboot bleibt so über Jahre spannend, weil es nicht auf ein einziges Szenario festgelegt ist. Es wandelt sich mit der Saison und mit der Gesellschaft an Bord.
Der Elektroantrieb bringt auf dem See neben der Stille noch handfeste Vorteile mit: kein Benzingeruch an Deck, kaum Vibrationen und in der Regel weniger bewegliche Teile, um die du dich kümmern musst. Wie viel Aufmerksamkeit Laden, Reichweite und Tagesplanung wirklich verlangen, steht Punkt für Punkt im Elektroboot-Guide. Am besten passen diese Boote zu kürzeren Strecken auf dem See, mit Pausen dazwischen, und weniger zu langen Überfahrten am Stück.

Warum Alfastreet auf unsere Seen passt
Sežana, wo die Werft ihren Hauptsitz hat, liegt im Westen Sloweniens, kurz vor Triest. Aus Österreich und Süddeutschland ist die Werft damit in einer Tagesfahrt erreichbar, und das zählt auch im Alltag: Ein Werksbesuch oder ein Serviceanliegen hat eine ganz andere Größenordnung als bei einer Marke aus Skandinavien oder Übersee. Einen Besuch sprichst du vorher mit der Werft ab.
Der zweite Grund ist die Größe. Die heutige Palette reicht von 6,6 bis 10,1 Metern über alles, und das ist die Dayboat-Klasse: nicht zu klein für einen ganzen Familientag, nicht so groß, dass Liegeplatz oder Handling zur Hürde werden. Nach den Angaben der Werft nehmen 21 Open, 23 Cabin Evo und 25 Cabin Evo je 8 Erwachsene auf, 28 Cabin, 28 Open und 32 Cabin je 12.
Bleibt der Antrieb. Private Motorboote mit Verbrenner sind auf vielen Seen in Bayern und Österreich stark eingeschränkt oder gar nicht zugelassen, Elektroantriebe haben dort weit bessere Karten. Ein Hersteller, der schon 2014 mit dem Energy 18 ein Elektroboot unter den drei Booten seiner Flotte hatte, startet auf solchem Wasser mit einem echten Vorsprung und blickt auf mehr als zehn Jahre mit Elektromodellen zurück. Was das im Alltag bedeutet und worauf du achten solltest, erklärt der Elektroboot-Guide, von Laden und Reichweite bis zu den Regeln auf dem Wasser.
Kauf, Service und Besitz
Steig ein und probier es aus, das ist vor dem Kauf der wichtigste Rat. Eine Probefahrt zeigt dir in wenigen Minuten, was kein Foto und kein Datenblatt verrät: wie bequem sich das Boot steuern lässt, wie viel Platz an Deck wirklich bleibt, wie leise es fährt und welche Bauform zu deinen Gewohnheiten passt. Gelegenheit dazu gibt es immer wieder, bei Händlern für Elektroboote und auf den großen Bootsmessen. Nutz sie.
Die Nähe der slowenischen Werft zahlt sich nicht nur beim Kauf aus. Sein Geld wert ist ein Seeboot erst, wenn du es über Jahre sorgenfrei nutzen kannst, und dafür braucht es verlässlichen Rückhalt: Service, Ersatzteile und fachkundige Beratung, wenn mal etwas nicht so läuft wie geplant. Aus einem nahen Land laufen diese Wege meistens schneller und mit weniger Umwegen als bei einer Marke vom anderen Ende der Welt. Beim Kauf unterschätzt man diesen Punkt leicht, obwohl er dich über die gesamte Besitzdauer begleitet. Vor der Anzahlung klärst du, wer das Boot betreut und wo die zuständige Werkstatt liegt, und was der Händler nicht beantworten kann, fragst du direkt bei der Werft nach, die auf alfastreet-yachts.com Telefon und E-Mail angibt.
Als Eigner musst du dir manches überlegen, bevor das Boot zum ersten Mal ins Wasser geht: Wo liegt das Boot, wie groß muss der Liegeplatz sein, wo und wie lädst du, und was passiert außerhalb der Saison? Winterlager, Wartung und das Zuwasserlassen im Frühjahr fallen auch bei einem Elektroboot an, nur eben in anderem Rhythmus. Händler vor Ort und die Community rund ums elektrische Bootfahren kennen diese Fragen längst, und bei den Antworten helfen sie dir weiter.
Am Anfang hilft ein breiterer Überblick. Vergleiche andere Marken wie Marian oder Greenline mit Alfastreet, dann siehst du, wo die Slowenen im Markt stehen. Bevor du dich auf eine Marke festlegst, hol dir die Grundlagen, vom Antrieb bis zu den Regeln auf dem Wasser, aus unserem Elektroboot-Guide.



