Erst der Kurs, dann die Miete
Wer zum ersten Mal auf einem eFoil stehen will, bucht in Deutschland üblicherweise keinen Verleih, sondern einen Kurs. Fast alle Anbieter geben ihre Boards nur an Leute heraus, die bereits eine Einweisung hinter sich haben: Bei eFoilution gibt es den Verleih nur für Kursabsolventen, Gadgets4Rent verlangt einen Nachweis über Vorkenntnisse, und bei E-Surfer in Berlin startet der Stundenverleih erst nach der Schulung. Der Grund ist simpel: Die Bretter sind teuer, und ohne Anleitung enden die ersten Starts schneller im Wasser, als dir lieb ist. Wie so eine Schulung Schritt für Schritt abläuft, liest du auf unserer Seite zum eFoil-Kurs.
Die gute Nachricht: Der Einstieg kostet weniger, als viele denken. Eine 60-minütige Schnupperstunde bekommst du je nach Region für ca. 99 bis 120 €, ein vollwertiger Einsteigerkurs mit 1,5 bis 3 Stunden liegt meist zwischen 199 und 300 €. Wer danach eigenständig weiterfahren will, zahlt für eine Verleih-Session typischerweise 90 bis 150 €, eine Tagesmiete liegt je nach Board und Anbieter zwischen 171 und 450 €.
Rechtlich ist die Lage entspannter als ihr Ruf: Ein eFoil gilt auf Bundeswasserstraßen als Kleinfahrzeug. Bis 7,5 kW Dauerleistung brauchst du keinen Führerschein (gängige Serien-eFoils bleiben darunter), das Mindestalter liegt bei 16 Jahren, und ab 2,21 kW Antriebsleistung ist ein Kennzeichen Pflicht; das amtliche kostet ca. 18 €. Helm und Weste schreibt dir kein Gesetz vor, die meisten Verleiher aber schon, per Vertrag. Alle Details stehen in unserem Überblick zu den eFoil-Regeln.
Alle geprüften Anbieter im Überblick
Die Tabelle fasst die Schulen und Verleiher zusammen, deren Angebot wir im Juli 2026 direkt auf den jeweiligen Websites eingesehen haben. Aufgeführt sind die veröffentlichten Listenpreise; bei vielen Anbietern gibt es Rabatte für Paare oder Gruppen.
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| Anbieter | Standorte | Angebot | Preise | Boards |
|---|---|---|---|---|
| eFoilution | Berlin (Wannsee, Müggelsee), Hamburg-Oortkaten, Binz auf Rügen | Einsteigerkurse, Verleih nur nach Kurs | Kurs 250 € (zu zweit 200 €/Person), Verleih 150 €, Schnupperkurs Binz 100 € | Lift |
| E-Surfer (Lakeberg GmbH) | Berlin-Wannsee (Marina Nixe), Berlin-Müggelsee | Kurse, Verleih nach Kurs, Händlerschule | Kurs 230-300 €, Verleih 120 €/60 min, 450 €/Tag | Audi e-tron foil, Fliteboard |
| Lets-Foil | Berlin (Tegeler See, Wannsee, Spree, Stößensee), Rerik (Ostsee) | Kurse, Mehrfahrtenkarten, Events, 48-h-Probefahrten | 5er-Karte 396 €, 10er-Karte 749 € (74,90 €/Fahrt), Kurse auf Anfrage | Sifly, Jetwave, Waydoo |
| Gadgets4Rent | Netzwerk: Köln, Düsseldorf, Dortmund/Lünen, Hamburg, Berlin, Müritz, Rügen, Bayern (Ausweichgewässer) | Kurse, Tages- und Wochenendverleih | Kurse ab 199 €, 3-h-Kurs 290 € (für 1-2 Pers.), Verleih ab 171 €/Tag, Flite ab 319 €/Tag | Audi, Flite, Lift, Sifly, Waydoo, Jetwave |
| eFOIL NRW | Lünen (Datteln-Hamm-Kanal) | Schulungen, Verleih nach Einweisung | Schulung 200 € (1,5-2 h) | Lift |
| eFoil Riders | Berlin-Gatow (Havel), München | Kurse, Verleih, Gruppenevents | Kurs 100,66 €/60 min, Verleih 90,50 €, Gruppenevent 366,05 € | Fliteboard |
| Kitemonkey | Fehmarn (Campingplatz Miramar, an der Sundbrücke) | Schnupperstunden, Einsteigerkurse, Verleih auf Anfrage | Schnupperstunde 119 €, Kurs 238 € (ca. 100 min) | Duotone |
| Hydrofoil Surfing Bremerhaven | Bremerhaven | Privatkurse (max. 2 Schüler), Verleih, Gebraucht-Kommission | Kurse ab 249 €, Verleih ab 319 €/Tag | Fliteboard |
| FLY & SAIL | Flensburg, Plau am See | Grundkurse (ca. 2 h), Verleih für Erfahrene | keine Preise veröffentlicht, Status unklar | Takuma (Marke eingestellt) |
Auffällig ist das Geschäftsmodell dahinter: Viele Schulen sind gleichzeitig Händler. E-Surfer rechnet die Kursgebühr beim Boardkauf an, Lets-Foil verkauft Sifly, Jetwave und Waydoo, eFoil Riders ist offizieller Partner von Fliteboard, und Gadgets4Rent vermietet quer durchs Sortiment vom Audi e-tron foil bis zum Lift. Für dich ist das praktisch: Du testest verschiedene Boards auf dem Wasser, bevor du über einen Kauf nachdenkst, und in Bremerhaven kommst du über die Kommission auch an gebrauchte Boards.
Ein Sonderfall ist FLY & SAIL in Flensburg und Plau am See. Die Schule arbeitet mit Boards von Takuma, und diese Marke existiert nicht mehr. Die Website ist weiter online und beschreibt einen rund zweistündigen Grundkurs samt Anrechnung der Kursgebühr auf einen Boardkauf, nennt aber keine Preise, und ob die Saison 2026 stattfindet, konnten wir nicht bestätigen. Ruf vor einer Anreise unbedingt an.
Die Regionen im Detail
Berlin und Brandenburg
Nirgendwo in Deutschland ist die Auswahl größer. Am Wannsee sitzen gleich zwei Anbieter: eFoilution mit Lift-Boards und die E-Surfer-Schule an der Marina Nixe, die mit dem Audi e-tron foil samt Jetantrieb schult. Am Müggelsee wiederholt sich das Duell: eFoilution an der Josef-Nawrocki-Straße, E-Surfer mit Fliteboards bei der Surf- & Segelschule Müggelsee. Auf der Havel bei Gatow bietet eFoil Riders den günstigsten 60-Minuten-Kurs unserer Übersicht an (100,66 €), und Lets-Foil wechselt zwischen Tegeler See, Wannsee, Spree und Stößensee, mit Mehrfahrtenkarten ab 74,90 € pro Fahrt. Der Grund für diese Ballung: Havel, Spree und Dahme zählen zu den Bundeswasserstraßen, hier gilt Bundesrecht, und das ist eFoil-freundlich.
Hamburg, Ostsee und die Küste
In Hamburg betreibt eFoilution eine Station am Oortkatenufer im Südosten der Stadt, Gadgets4Rent schult an der Dove Elbe in Bergedorf: 290 € für einen dreistündigen Kurs, den sich zwei Personen teilen dürfen. An der Küste wird es sommerlicher. In Binz auf Rügen gibt es den eFoilution-Schnupperkurs für 100 €, und weil die Ostsee keine Binnenschifffahrtsstraße ist, nimmt die Schule dort schon Zwölfjährige in den Kurs. Kitemonkey sitzt auf Fehmarn direkt an der Sundbrücke und coacht im 1:1-Format per Funk, Lets-Foil hat einen Ostsee-Ableger in Rerik, und in Bremerhaven nimmt Hydrofoil Surfing maximal zwei Schüler pro Termin mit aufs Wasser.
Mecklenburgische Seenplatte
An der Müritz ist Gadgets4Rent mit einem Standort vertreten. Die großen Seen der Platte zählen zu den Bundeswasserstraßen, du darfst dort also grundsätzlich foilen; welche Schutzzonen du dabei umfahren musst, steht auf unserer Müritz-Seite. Am Plauer See wäre FLY & SAIL die Adresse, hier gilt aber der Hinweis von oben zum unklaren Status.
Nordrhein-Westfalen
Im Westen spielt sich das eFoil-Leben auf Kanälen ab. eFOIL NRW unterrichtet in Lünen auf dem Datteln-Hamm-Kanal für 200 € pro Schulung; danach ist Verleih nach Einweisung möglich. Gadgets4Rent ist mit Köln, Düsseldorf und dem Raum Dortmund/Lünen gleich dreimal im Westen vertreten und teilt sich den Kölner Standort mit dem Schwester-Shop Luxury Gadgets.
Der Süden: München und Neckar
In München bietet eFoil Riders Kurse zum Berliner Preis an (100,66 € für 60 Minuten); das genaue Gewässer nennt die Buchungsseite nicht. Auf dem Neckar hat sich mit eFoil Masters eine eigene Szene gebildet: Die Schule fährt in Heidelberg direkt vor der Schlosskulisse sowie in Ladenburg, Mannheim, Ilvesheim und Edingen, wo milde Strömung und wenig Verkehr gute Lernbedingungen schaffen. Gruppenkurse kosten 129 € pro Person (3 bis 8 Teilnehmer), die Einführung 149 € für 120 Minuten, verkauft werden Boards von Sifly, Waydoo und Lift. Für 2026 kündigt das Team nach eigenen Angaben das erste offizielle eFoil-Rennen Deutschlands an. Warum der Süden sonst so dünn besetzt ist, hat mit den Seen zu tun: dazu jetzt mehr.
Warum Bayern und der Bodensee fehlen
Auf der Anbieterkarte klafft im Süden ein Loch, und das hat rechtliche Gründe. Die großen bayerischen Seen wie Starnberger See, Ammersee, Chiemsee, Tegernsee und Königssee werden von der Bayerischen Schlösserverwaltung verwaltet, und die gestattet motorisierte Wassersportgeräte wie E-Surfboards mit und ohne Foil ausnahmslos nicht. Wenn Gadgets4Rent also einen „eFoil-Kurs Chiemsee“ bewirbt, findet der auf einem Ausweichgewässer in der Umgebung statt, nicht auf dem See selbst. Was in Bayern trotzdem geht, etwa auf den Bundeswasserstraßen Main, Donau und Main-Donau-Kanal, haben wir auf einer eigenen Seite zusammengetragen.
Am Bodensee ist die Lage noch eindeutiger: Die für Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsame Bodensee-Schifffahrts-Ordnung verbietet motorisierte Schwimmkörper jeglicher Antriebsart, eFoils eingeschlossen. Einen eFoil-Verleih gibt es am See deshalb nicht. Wer trotzdem übers Wasser fliegen will, weicht aufs Wakefoilen hinterm Motorboot aus: Seasports Bodensee zieht dich für 80 € pro Person eine halbe Stunde lang, Treibgutsurf in Allensbach bietet Foilen am Schleppseil hinter dem Motorboot an. Das ist kein eFoil, das Fluggefühl auf dem Tragflügel ist aber eng verwandt.
Buchung, Saison und Gutscheine
Spontan am Steg vorbeischauen funktioniert selten, denn die Schulen arbeiten mit festen Zeitfenstern. eFoilution, Gadgets4Rent und eFoil Riders verkaufen ihre Termine direkt online, Kitemonkey nimmt Buchungen per Kreditkarte, Klarna, PayPal oder Apple Pay an und beantwortet Fragen über WhatsApp. Hydrofoil Surfing Bremerhaven setzt auf das Buchungssystem SimplyBook, bei eFOIL NRW und Lets-Foil vereinbarst du deinen Termin telefonisch oder per E-Mail, bei E-Surfer über ein Formular oder einen Anruf.
Daneben haben sich Vermittler etabliert. Die Plattform miet-boot.de listet die Berliner Angebote von E-Surfer und Lets-Foil, das Portal efoil-kurs.de sammelt Kurse und Verleiher aus ganz Deutschland. Als Geschenk taugt das Thema ebenfalls: Jochen Schweizer führt einen E-Foil-Einsteigerkurs in Berlin als Erlebnisgutschein, Evendo vermittelt einen zweistündigen Flite-Kurs in Hamburg, und bei eFoil Riders bekommst du den Kursgutschein für 99 € direkt vom Anbieter. Ein Wort der Vorsicht zu den Portalen: Nicht jede dort empfohlene Spot-Liste ist rechtlich auf dem Stand, manche führen sogar gesperrte Seen als Reviere auf. Verlass dich im Zweifel auf die Angaben der Schule vor Ort.
Die Saison hängt vom Standort ab: Kitemonkey auf Fehmarn nennt April bis Oktober, eFOIL NRW steht auf dem Datteln-Hamm-Kanal das ganze Jahr über bereit und sagt nur bei Gewitter ab. Plane deine Session in jedem Fall tagsüber. Nachts müsste ein motorisiertes Kleinfahrzeug Topplicht, Seitenlichter und Hecklicht führen, und diese Lichterführung lässt sich auf einem eFoil schlicht nicht unterbringen; Fahrten nach Sonnenuntergang scheiden damit aus. Bei der Ausrüstung musst du dagegen kaum etwas mitbringen: Weste und Helm gehören beim Kurs im Normalfall dazu, E-Surfer begleitet seine Schüler sogar mit Funkhelmen und einem eigenen Rettungsboot.
Vielfahrer: Karten, Abos und der Weg zum eigenen Board
Wer nach dem Kurs Blut geleckt hat, zahlt bei Einzelsessions schnell drauf. Einige Anbieter haben darauf reagiert: Lets-Foil verkauft neben der 5er-Karte für 396 € und der 10er-Karte für 749 € (74,90 € pro Fahrt) auch einen eFoil-Pass für 649 € im Monat, und wer über einen Kauf nachdenkt, kann dort ein Board 48 Stunden lang im „Try before you buy“-Modus testen. E-Surfer vermietet fürs ganze Wochenende (950 €), bei Gadgets4Rent beginnt die Tagesmiete je nach Modell bei 171 €.
Ab welcher Fahrfrequenz sich ein eigenes Board rechnet, musst du selbst durchrechnen; bei Tagesmieten von 319 bis 450 € für die Topmodelle kommt jedenfalls einiges zusammen. Als Startpunkte: Was neue Boards kosten, steht auf unserer Seite zum eFoil-Preis, die Modelle stellt der eFoil-Vergleich gegenüber, laufende Rabatte sammeln wir bei den Angeboten. Welche Rolle der Akku bei Fahrzeit und Folgekosten spielt, liest du auf unserer Seite zum eFoil-Akku. Der Umweg über die Miete bleibt trotzdem der günstigste Ratgeber: Nach ein paar Sessions auf Lift, Fliteboard und Sifly weißt du, welches Fahrgefühl zu dir passt, bevor du mehrere Tausend Euro ausgibst.
eFoil mieten in Österreich
Österreich ist fürs eFoilen schwieriges Terrain: Auf den Kärntner Seen, Wörthersee inklusive, ist die Schifffahrt mit motorisierten Schwimmkörpern komplett verboten, Verstöße werden Berichten zufolge mit rund 240 € geahndet. Die Szene konzentriert sich deshalb auf wenige Gewässer, an denen elektrische Antriebe zugelassen sind.
Drei Anbieter haben wir uns näher angesehen. Wake Up Events schult östlich von Wien in Niederösterreich (dazu kommen Termine in Tragöß in der Steiermark und am Gardasee): Der zweistündige Kurs mit maximal zwei Teilnehmern kostet 199 €, danach kannst du für 99 € pro 30 Minuten mieten. Am Neusiedler See sitzt Free-Foiler in Podersdorf und ist daneben an Salzburger Seen aktiv; das Starterpaket für 250 € dauert rund 1,5 Stunden, davon 60 Minuten auf dem Wasser. In Graz bringt dich SUPXperience am Stausee Grünanger aufs Board: 129 € kostet der Kurs über 1,5 Stunden, der Verleih danach 49 € pro halbe Stunde.
Und die Schweiz?
Kurz gesagt: mieten ja, fahren nein. Auf Schweizer Seen sind eFoils verboten, weil die Binnenschifffahrtsverordnung die Motorisierung von Surfbrettern untersagt; das Bundesgericht bestätigte 2022 eine Busse von 300 Franken für eine Fahrt auf dem Genfersee. Der Bundesrat will das Thema in der Totalrevision der Verordnung angehen, mit einer Legalisierung wird aber frühestens um 2028 gerechnet.
Efoil Swissdriver in Reinach bei Basel, der einzige Anbieter in unserer Liste, vermietet und verkauft trotzdem: Eine rund zweistündige Einführung inklusive Prallschutzweste und Helm kostet CHF 150, die 24-Stunden-Miete CHF 250, eine ganze Woche CHF 900 (ab 24 Stunden mit Ladegerät und Ersatzakku). Nutzen lässt sich das Material vor allem jenseits der Grenze, etwa am Gardasee. Auf heimischen Seen bleibt Schweizer Foil-Fans bis zur Gesetzesänderung nur das Warten oder der Umstieg aufs Wingfoil, denn ohne Motor foilst du dort völlig legal.





