Bayerns berühmte Seen: komplett gesperrt
Wer in Süddeutschland ein eFoil besitzt, landet früher oder später bei derselben Frage: Darf ich damit auf den Starnberger See? Die Antwort ist kurz und für viele ernüchternd: Nein. Dasselbe gilt für Ammersee, Chiemsee, Tegernsee und Königssee. Wer dort mit einem motorisierten Board aufs Wasser will, hat keine legale Möglichkeit, weder privat noch über eine Schule.
Der Hintergrund: Die großen bayerischen Seen sind Landesgewässer und werden von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreut, insgesamt 17 Gewässer im Freistaat. Beim Thema motorisierter Wassersport hat sich die Verwaltung eindeutig festgelegt:
„Motorisierte Wassersportgeräte wie beispielsweise E-Surfboards mit und ohne Foil-Technik, E-Kajaks bzw. E-Kanus und Ähnliches sind an den der Bayerischen Schlösserverwaltung unterstellten Seen ausnahmslos nicht gestattet.“
Bayerische Schlösserverwaltung, offizielle Information zu den staatlichen Seen (Stand September 2026)
„Ausnahmslos“ ist hier wörtlich gemeint. Es gibt keine Sondergenehmigung für besonders leise Boards, keine Ausnahme für gewerbliche Kursanbieter und kein Kontingent, für das du dich anstellen könntest. Dass ein eFoil emissionsfrei fährt, kaum Wellen macht und leiser ist als jedes Motorboot, spielt keine Rolle: Die Formulierung „E-Surfboards mit und ohne Foil-Technik“ zielt genau auf Geräte wie deins.
Seen unter Schlösserverwaltung
17
eFoil dort
verboten, ohne Ausnahme
Motorboot-Kontingente
nur Starnberger See + Ammersee
Legal in Bayern
Main bis Hallstadt, Donau ab Kelheim, Main-Donau-Kanal

Warum das Verbot rechtlich wasserdicht ist
Um die Lage zu verstehen, reicht eine Unterscheidung: Bundeswasserstraße oder Landesgewässer. Auf Bundeswasserstraßen gilt Bundesrecht, und das behandelt eFoils vergleichsweise freundlich. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) führt das E-Foilboard in ihrer Kleinfahrzeugtabelle als Kleinfahrzeug, amtlich beschrieben als „Elektrisch angetriebenes Surfbrett mit Tragflächenunterbau“, und ausdrücklich nicht als Wassermotorrad. Motorisierte Kleinfahrzeuge dürfen auf diesen Wasserstraßen fahren; diese Einstufung sorgt zum Beispiel in Berlin für legales Foilen auf Havel und Wannsee.
Die berühmten bayerischen Seen sind aber keine Bundeswasserstraßen. Hier regelt der Freistaat den Verkehr selbst, und der Kern dieses Regimes lautet: Motorbetrieb auf Landesgewässern ist kein freier Gemeingebrauch, sondern braucht eine Genehmigung der Kreisverwaltungsbehörde, üblicherweise des Landratsamts.
Wie eng diese Praxis ist, zeigen die Motorboot-Kontingente: Nur für den Starnberger See (280 Genehmigungen) und den Ammersee (150) werden überhaupt welche vergeben. Für motorisierte Wassersportgeräte existiert nicht einmal ein solches Kontingent. An den Seen der Schlösserverwaltung kommt deren Position als Eigentümerin und Verwalterin dazu: Genehmigungspflicht plus klare Absage der Hausherrin, ein doppelter Riegel, gegen den du als Einzelner nichts ausrichtest. Einen dokumentierten Fall, dass ein Landratsamt je eine Einzelgenehmigung für ein eFoil erteilt hätte, haben wir nicht gefunden.
Brombachsee: Genehmigung statt Freifahrt
Außerhalb der staatlichen Seen wird es nicht automatisch besser, wie das Fränkische Seenland zeigt. Gerade wer aus dem Raum Nürnberg kommt, denkt beim ersten eigenen Board an diese Seen. Auf dem Brombachsee sind Verbrennungsmotoren verboten; für Elektromotoren bis 6 kW brauchst du eine Genehmigung des Landratsamts Weißenburg-Gunzenhausen. Nur: In den Merkblättern zum Bootsbetrieb tauchen eFoils gar nicht auf. Ohne ausdrückliche Genehmigung bleibt dein Board also auch hier an Land.
Dieses Muster gilt auf bayerischen Landesgewässern generell: Der Motorbetrieb hängt an einer Genehmigung, und eine Kategorie für motorisierte Wassersportgeräte fehlt in den Verfahren schlicht. Frag im Zweifel vorher schriftlich beim zuständigen Landratsamt nach, statt es auf eine Kontrolle ankommen zu lassen.
Wo eFoilen in Bayern legal ist: Main, Donau, Main-Donau-Kanal
Bayern hat Bundeswasserstraßen, wenn auch nicht in voller Länge. Der Main von der Mündung bis Hallstadt oberhalb von Bamberg, die Donau ab Kelheim flussabwärts und der Main-Donau-Kanal unterliegen Bundesrecht, dein eFoil ist dort als motorisiertes Kleinfahrzeug zugelassen. Oberhalb dieser Punkte, also an der Donau bei Ingolstadt, Neuburg und Donauwörth und am Obermain, sind beide Flüsse Landesgewässer, und dort gilt das bayerische Genehmigungsregime aus dem vorigen Abschnitt. Die Spielregeln auf den Bundesabschnitten in Kürze:
- Kein Führerschein nötig: solange die Dauerleistung des Motors in der Betriebsart S1 höchstens 7,5 kW beträgt (§ 5 SpFV). Gängige Boards von Lift, Flite oder Aerofoils liegen mit rund 3,7 kW klar darunter. Es zählt die S1-Dauerleistung, nicht die kurzfristige Spitze.
- Kennzeichenpflicht ab 2,21 kW: Darüber liegt praktisch jedes aktuelle Board. Das amtliche Kennzeichen gibt es beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt für 29,70 €, amtlich anerkannte Kennzeichen alternativ über ADAC oder DMYV.
- Mindestalter 16 Jahre: So verlangt es § 1.09 BinSchStrO für motorisierte Kleinfahrzeuge, und auf der Donau der gleichlautende § 1.09 der Donauschifffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPV).
- Nur bei Tageslicht: Nachts müssten Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb Lichter führen (§ 3.13 BinSchStrO), was auf einem eFoil nicht umsetzbar ist. Nachtfahrten scheiden damit aus.
- Helm, Weste, Versicherung: gesetzlich keine Pflicht, als Empfehlung aber Pflichtprogramm. Ohne Haftpflichtversicherung haftest du im Ernstfall mit deinem Privatvermögen.
Ein Fluss ist kein Badesee. Auf Main und Donau teilst du dir das Wasser mit der Berufsschifffahrt, dazu kommen Strömung, Schwell und wechselnde Wasserstände. Halte dich aus der Fahrrinne heraus, plane den Rückweg gegen die Strömung mit Blick auf den Akku und such dir einen Abschnitt mit ruhigem Ufer. Für die allerersten Meter musst du deshalb nicht allein losziehen, denn die Schulen sitzen inzwischen direkt am Fluss: eFoil Riders in Würzburg am Campingplatz Kalte Quelle und in Bischberg bei Bamberg, die eFoilers Bamberg am selben Wohnmobilhafen, an der Donau eFoil Riders in Matting bei Regensburg und die Münchner EFOIL BASE mit ihren Try-outs. Wie du zwischen Schleusen, Wasserskistrecken und Hochwassermarken fährst, steht auf unserer Seite zum eFoil am Main.
Bewegung gibt es allenfalls bei der Führerscheingrenze: Ein Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums vom Oktober 2025 will sie für alle Antriebsarten einheitlich auf 11,03 kW anheben. In Kraft getreten ist das bislang nicht, Stand Juli 2026 gilt für Elektroantriebe weiter die 7,5-kW-Grenze. Was bundesweit gilt und wo eFoilen in Deutschland erlaubt ist, haben wir auf einer eigenen Seite zusammengefasst.

Aquapark Moosburg: der eine See, derzeit ohne erreichbaren Anbieter
Und was, wenn du lieber See als Fluss willst? Dann führte in Bayern lange kaum ein Weg am Aquapark Moosburg vorbei, einem privaten Baggersee an der Sempt bei Landshut, nahe der A92. Dort saß das eFoil Center, und der Betreiber warb damit, den einzigen offiziell für eFoils zugelassenen See Bayerns zu bespielen. Diese Aussage geben wir so wieder, wie der Anbieter sie traf; unabhängig prüfen konnten wir sie nie, und eine Genehmigung des Landratsamts Freising hat er nicht veröffentlicht. Plausibel war sie allemal: Bei einem privaten Gewässer entscheidet der Eigentümer über die Freigabe, und dieser Hebel fehlt an den staatlichen Seen.
Stand September 2026 ist von dem Angebot nichts mehr zu erreichen. Die Website des eFoil Centers liefert eine Fehlermeldung, und schon die letzte archivierte Verleihseite meldete, dass der Verleih derzeit nicht möglich sei. Zuletzt stand dort 99 € pro Stunde für das Board, Helm, Prallschutzweste und Neoprenanzug kamen als Extras dazu. Das Gelände selbst hat seit August 2026 einen neuen Betreiber, die Aquapark Bayern GmbH, zunächst im Probebetrieb; zu eFoils hat sie bislang nichts veröffentlicht. Mit dem Alleinstellungsmerkmal ist es ohnehin vorbei, denn eFoil Riders verkauft inzwischen Kurse am Lorenzisee in Geisenfeld, einem Wakepark zwischen Ingolstadt und München; die Rechtsgrundlage dafür hat auch dieser Anbieter nicht veröffentlicht. Fahr also nicht nach Moosburg, ohne vorher jemanden erreicht zu haben.
Für weitere Spalten nach links wischen
| Gewässer | eFoil-Status | Grundlage |
|---|---|---|
| Starnberger See & Co. | verboten, keine Ausnahmen (gilt auch für Ammersee, Chiemsee, Tegernsee, Königssee) | Bayerische Schlösserverwaltung, 17 staatliche Seen |
| Brombachsee | nur mit Genehmigung, eFoils nicht als Kategorie vorgesehen | Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, E-Motor bis 6 kW genehmigungspflichtig |
| Main bis Hallstadt, Donau ab Kelheim, Main-Donau-Kanal | erlaubt: Kennzeichen, ab 16, nur tagsüber | Bundeswasserstraße, Bundesrecht |
| Donau oberhalb Kelheim, Main oberhalb Hallstadt | Landesgewässer, Genehmigungsregime nicht geprüft | Art. 28 BayWG, Kreisverwaltungsbehörde |
| Aquapark Moosburg | laut früherem Betreiber zugelassen; Anbieter Stand September 2026 nicht erreichbar | privater See (Betreiberangabe, keine Genehmigung veröffentlicht) |
| Lorenzisee Geisenfeld | Kurse über eFoil Riders Ingolstadt, Rechtsgrundlage nicht veröffentlicht | privater Wakepark (Betreiberangebot) |
| Bodensee | verboten | BSO Art. 6.15 Abs. 7 |
Vorsicht bei „eFoil-Kurs am Starnberger See“
Such einmal nach „eFoil Kurs Starnberger See“: Du findest hübsche Landingpages mit Alpenpanorama und Buchen-Button. Was du dort nicht findest, ist ein Kurs, der auf dem Starnberger See stattfindet. Der ist rechtlich nicht möglich, für niemanden. Solche Seiten sind Suchmaschinen-Marketing: Sie sammeln die Nachfrage nach dem berühmten Namen ein und leiten sie auf ein anderes Gewässer um.
Das muss nichts Unseriöses sein, viele Anbieter gehen offen damit um. Gadgets4Rent etwa schreibt auf der eigenen Chiemsee-Seite selbst, dass eFoilen auf dem Chiemsee derzeit nicht gestattet ist, und veranstaltet die Kurse an Ausweichgewässern. Andere formulieren vage: eFoil Riders bietet eine Beginner-Lesson „München“ für 99 € (Stand September 2026) an, die Adresse steht als „wird noch bekannt gegeben“ im Shop. Ärgerlich sind dagegen Spot-Listen, die Starnberger See, Ammersee, Chiemsee und Bodensee als Top-Reviere führen, obwohl alle vier gesperrt sind.
Bevor du buchst, stell deshalb zwei Fragen: An welchem Gewässer genau findet der Kurs statt? Und darf man dort legal fahren? Ein seriöser Anbieter beantwortet beides ohne Ausflüchte. Worauf du bei einer Schulung achten solltest, liest du unter eFoil-Kurs, einen bundesweiten Überblick über Anbieter gibt es unter eFoil mieten.
Wohin aus München? Realistische Optionen
Bleibt die Frage, wie du als Münchner oder Bayern-Urlauber nun tatsächlich aufs Wasser kommst. Drei Wege funktionieren:
- Der Kurs ohne eigenes Board: Die Münchner Anbieter fahren nicht in München. EFOIL BASE bringt dich bei seinen Try-outs an die Donau bei Regensburg (160 € für eine Akkuladung), eFoil Riders schult in Matting bei Regensburg und am Lorenzisee in Geisenfeld. Was in der Stadt bleibt, ist der Showroom am Englischen Garten und das motorlose Pumpfoilen an der Regattastrecke Oberschleißheim, alles dazu auf unserer Seite zum eFoil in München.
- Mit eigenem Board: Main, Donau ab Kelheim oder Main-Donau-Kanal, mit Kennzeichen und etwas Flusserfahrung. Falls du noch kein Board hast, helfen dir unsere Kaufberatung und der Überblick über eFoil-Preise weiter.
- Der Wochenendtrip: Am Neckar rund um Heidelberg schult eFoil Masters auf ruhigem Flusswasser; die Einführung dauert eine Akkuladung, also etwa zwei Stunden, und kostet 199 €, der einstündige Schnupperkurs 99 €. Im Sommerurlaub an der Ostsee foilst du an Spots wie Binz auf Rügen, wo eFoilution an der Küste schon ab 12 Jahren unterrichtet.
Ein Wort noch zu den Nachbarrevieren, weil die Idee naheliegt: Der Bodensee scheidet komplett aus: Die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung verbietet Wassermotorräder und ähnliche Schwimmkörper jeglicher Antriebsart (Art. 6.15 Abs. 7), und die Behörden zählen eFoils dazu. Die Kärntner Badeseen wie der Wörthersee sind per Landesverordnung für Motor-Wassersport gesperrt. Und die Schweiz verbietet eFoils landesweit (Art. 121 Abs. 5 der Binnenschifffahrtsverordnung); eine Legalisierung ist dort zwar politisch angestoßen, einen Zeitplan hat aber keine Behörde veröffentlicht. Der Süden bleibt fürs eFoil vorerst hartes Pflaster: Die legale Musik spielt auf Main und Donau und weiter im Norden.




