Die Marke HydroFlyer
Hinter HydroFlyer steht der Kanadier Jerry McArthur; das Konzept hat er gemeinsam mit dem Hydrofoil-Hersteller Unifoil entwickelt: ein in Serie gebautes eFoil mit Lenker. Das Prinzip leuchtet schnell ein. Wer zusätzlich zu den Füßen auch die Hände am Lenker hat, stützt sich an vier Punkten statt an zwei ab, und das Balancieren, der schwierigste Teil beim eFoil-Lernen, hast du dadurch viel früher im Griff. Die ersten Modelle kamen 2021 auf den Markt. Seither hat die Marke in den USA ein Verleihnetz aufgebaut und ist von Europa bis Dubai vertreten.
Im März 2026 kam der große Generationswechsel. Das Gen-2-Programm sortiert das Angebot in drei Stufen einer Linie zwischen Mittelklasse und Premium: unten die Glasfaser-Stufe AL für unter 10.000 Dollar, in der Mitte das Voll-Karbon-Modell CF, oben das 10-kW-Topmodell FF, das der Hersteller als das stärkste je gebaute eFoil-Board bezeichnet. Jede der drei Stufen gibt es in zwei Brettformen, die Wahl ist vom Modell unabhängig. Der lange Cruiser mit V-Bug ist das stabile, bequeme Lernbrett; der um 33 % kürzere Sport ist die drehfreudige, sportliche Variante.
HydroFlyer in Aktion
Offizielle Bilder und das komplette Programm: thehydroflyer.com ↗
Warum ein Lenker?
Auf den ersten Blick wirkt der patentierte, abnehmbare Lenker wie ein seltsamer Hybrid aus Jetski und Surfbrett. Auf dem Wasser merkst du dann, wofür er da ist. Beim Lernen stützt er den Oberkörper. Fußgelenke und Rumpf müssen weniger ausgleichen, und beim ersten Aufstehen hängt nicht mehr alles an deinen Beinen. In Fahrt arbeiten die Arme in den Kurven mit, und das gibt laut Hersteller gerade auf kabbeligem Wasser einen echten Zugewinn an Sicherheit. Gas gibst du über den kabellosen Gashebel am Lenker, und die Geschwindigkeitsstufen reichen laut HydroFlyer von zahm bis wild. Willst du ohne Lenker fahren, schnallst du dir den Gashebel mit einer Handhalterung an die Hand, die der Webshop separat verkauft.
Auch beim Thema Sicherheit spricht einiges für den Lenker. Stürzt du, kannst du das Brett am Lenker von dir wegdrücken, und der Motor stoppt sofort, sobald du das Gas loslässt oder die Fernbedienung unter Wasser gerät. Einen Sicherheitsflügel mit Silikonkanten beschreibt die Marke zwar als Option, im Lieferumfang führt ihn aber keine der sechs Gen-2-Produktseiten. Einen Schutzring um den Propeller, den die Produktseiten im Juli noch aufführten, erwähnt der Webshop bei unserer Prüfung am 12. September 2026 nicht mehr. Vor allem aber: Pflicht ist der Lenker nicht. Nimmst du ihn ab, fährt sich der HydroFlyer wie ein klassisches eFoil, und so wächst das Brett mit deinem Können mit.
Modelle und Preise
Das Gen-2-Programm 2026 hat drei Stufen, jede wahlweise mit dem langen Cruiser- oder dem kürzeren Sport-Brett. Die Preise darunter sind die Nettopreise in US-Dollar aus dem Webshop des Herstellers, gelesen am 12. September 2026. Einen Europreis für eine der drei Gen-2-Stufen nennt keiner seiner beiden europäischen Partner. Bestellen kannst du dort alle drei Stufen, das AL und das CF genauso wie das FF. Das FF entsteht laut Hersteller als Sonderanfertigung erst nach der Bestellung; nach der Lieferzeit fragst du bei allen drei Stufen, bevor du dich festlegst. Wer direkt beim Hersteller ordert, zahlt für die Lieferung in die EU Zoll und Einfuhrumsatzsteuer auf den Nettopreis obendrauf. Über die Partner in Italien und Frankreich entfällt der Zoll, die Mehrwertsteuer bleibt dir aber nicht erspart. Ein Gewicht für das komplette Set steht auf keiner der sechs Produktseiten. Die 42 bis 49 kg auf der Technik-Seite des Herstellers gehören zur älteren Spezifikation mit 5.500 W und 45 km/h, und deshalb lassen wir diese Zahl weg.
HydroFlyer AL Gen 2 (2026)

Das erste HydroFlyer-Modell unter der 10.000-Dollar-Marke: GFK-Rumpf, 60-cm-Aluminium-Keel, Gen.1-Fernbedienung. Erhältlich als Cruiser (226 cm) und Sport (152 cm). Den Lenker nimmst du wie bei jedem HydroFlyer ab, der Akku reicht laut Hersteller für rund zwei Stunden, und beim Tempo endet das AL etwas früher als die Karbon-Modelle CF und FF.
- Boardgröße
- 2 Formen: Cruiser 226×86 cm / Sport 152×83 cm
- Volumen
- 160 / 129 l
- Akku
- 2,4 kWh
- Fahrzeit
- ca. 2 h
- Höchstgeschwindigkeit
- bis zu 40 km/h
- Antrieb
- 6.000 W
- Bauweise
- GFK, 60 cm Aluminium-Keel, abnehmbarer Lenker
- Preis (ca.)
- ca. 9.995 $
Herstellerangaben, Stand 12. September 2026. Preise nur zur Orientierung.
HydroFlyer CF Gen 2 (2026)
Die mittlere Stufe: Voll-Karbon-Rumpf, 78-cm-Karbon-Keel und das Version-2-Bordsystem, als Cruiser und Sport erhältlich.
- Boardgröße
- 2 Formen: Cruiser 226×86 cm / Sport 152×83 cm
- Volumen
- 160 / 129 l
- Fahrzeit
- ca. 2,5 h
- Höchstgeschwindigkeit
- bis zu 50 km/h
- Antrieb
- 6.000 W
- Bauweise
- Voll-Karbon, 78 cm Karbon-Keel, abnehmbarer Lenker
- Preis (ca.)
- ca. 15.995 $
Herstellerangaben, Stand 12. September 2026. Preise nur zur Orientierung.
HydroFlyer FF Gen 2 (2026)

Die Spitze der Gen 2 mit neuem Motor, Mast, Akku und Bordcomputer: 10.000 W Leistung und bis zu 60 km/h. Laut Hersteller das stärkste je gebaute eFoil. Jedes Exemplar entsteht erst auf Bestellung, mit Voll-Karbon-Rumpf, Karbon-Keel und dem flachen Smart-Gashebel, den es beim AL nicht gibt.
- Boardgröße
- 2 Formen: Cruiser 226×86 cm / Sport 152×83 cm
- Volumen
- 160 / 129 l
- Fahrzeit
- ca. 2,5 h
- Höchstgeschwindigkeit
- bis zu 60 km/h
- Antrieb
- 10.000 W
- Bauweise
- Voll-Karbon, 78 cm Karbon-Keel, flacher Smart-Gashebel, abnehmbarer Lenker
- Preis (ca.)
- ca. 18.995 $
Herstellerangaben, Stand 5. Oktober 2026. Preise nur zur Orientierung.
Welcher HydroFlyer passt zu dir?
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| HydroFlyer ALEmpfehlung | HydroFlyer CF | HydroFlyer FF | |
|---|---|---|---|
| Preis (ca.) | ca. 9.995 $ | ca. 15.995 $ | ca. 18.995 $ |
| Volumen | 160 / 129 l | 160 / 129 l | 160 / 129 l |
| Akku | 2,4 kWh | k. A. | k. A. |
| Fahrzeit | ca. 2 h | ca. 2,5 h | ca. 2,5 h |
| Topspeed | bis zu 40 km/h | bis zu 50 km/h | bis zu 60 km/h |
| Für wen? | Einstieg ins Lenker-eFoil, mit GFK-Rumpf | Voll-Karbon-Ausführung, mittlere Stufe | Das Topmodell: 10 kW, 60 km/h |
Die drei Stufen lassen sich gut auseinanderhalten. Das AL liefert das Lenker-Erlebnis zum kleinsten Preis, für die meisten Einsteiger der richtige Startpunkt. Das CF ist mit seiner Karbon-Bauweise und dem längeren 78-cm-Karbon-Keel für Fahrer gedacht, die es ambitionierter und sportlicher angehen. Das FF markiert die Leistungsspitze: 10 kW und 60 km/h, solche Zahlen kennt man sonst von Wettkampf-eFoils. Bei der Brettform ist die Sache einfach: Cruiser für Einsteiger und schwerere Fahrer, Sport für alle, die schon geübt sind und es verspielt mögen.
HydroFlyer und die Konkurrenz
Bei den Preisen hat jede Stufe andere Nachbarn. Das AL ist die günstigste Stufe dieser Linie, Einstiegsklasse ist es aber keine: Mit knapp unter 10.000 $ rückt es an die teuersten Modelle von Waydoo und SiFly heran, wobei beide in Euro verkaufen. Das FF spielt in einer Liga mit den Premium-Flaggschiffen von Lift und Flite. Den Lenker bietet sonst niemand, und damit hat sich HydroFlyer im Grunde eine eigene Unterkategorie geschaffen. Aus europäischer Sicht hakt es beim Einkauf: Sein Webshop rechnet nur in US-Dollar ab, die Einfuhrabgaben trägst du bei einer Bestellung dort selbst, und für Europa stehen auf der Partnerliste des Herstellers nur zwei Adressen, beide für Vorführung, Verkauf und Support. Sea & Fly in Six-Fours-les-Plages, nach eigener Angabe offizieller Vertriebspartner für Frankreich, verkauft auf Anfrage und veröffentlicht keinen Preis. Mako-H-Bike (Hydroflyer Italia) in San Felice del Benaco am Gardasee nennt sich Exklusivimporteur für Italien. Im Onlineshop steht dort ein HydroFlyer Cruiser für 11.600 € plus italienische Mehrwertsteuer (gelesen am 24. September 2026); beim Bestellen wandert ein Akku für 3.000 € plus Steuer automatisch mit in den Warenkorb, und ob der Boardpreis bereits einen Akku enthält, sagt die Seite nicht. Der Eintrag stammt von 2024, nennt 5.500 W und 45 km/h und passt zu keiner der drei Gen-2-Stufen. Frag vor dem Kauf nach, welche Version du bekommst. Von Süddeutschland aus ist der Gardasee für eine Probefahrt und einen Kauf gut erreichbar; ein dort abgeholtes Board trägt 22 % italienische Mehrwertsteuer.
Die HydroFlyer-Modelle stehen mit in der Matrix unseres eFoil-Vergleichs, Zahl für Zahl neben den anderen Marken.
Für wen lohnt sich der HydroFlyer?
Vor allem für alle, die das eFoil reizt, denen aber vor dem Balancieren graut, der härtesten Nuss beim Lernen. Mit dem Lenker fällt die Lernkurve klar sanfter aus. Die Cruiser-Form richtet der Hersteller ausdrücklich an Familien und an alle, die das Brett über mehrere Generationen nutzen wollen; ein Gewichtslimit nennt er gar nicht, schwereren Fahrern empfiehlt er einfach das größere Brett. Für Verleiher und Anbieter am Wasser zählt dasselbe Argument. Am anderen Ende steht der sportliche Fahrer. Für ihn ist das FF mit 60 km/h Spitze und anpassbaren Gaskurven ein Wettkampfgerät, mit Lenker oder ohne.
Für das möglichst pure Surfgefühl bist du mit einem klassischen Brett aus dem Vergleichsfeld vermutlich besser bedient; der Lenker wäre dort nur zusätzliches Gewicht, das du mitschleppst.
HydroFlyer auf heimischen Seen
Leise und ohne Abgase passt der HydroFlyer wie jedes eFoil mit Elektroantrieb gut auf heimische Seen, und auf glattem Wasser lernt es sich auf der Cruiser-Form richtig angenehm. Welche Regeln auf deutschen Gewässern gelten, liest du am besten nach, bevor du aufs Wasser gehst. Mit 2 bis 2,5 Stunden Fahrzeit gehört das Brett zur Spitze der Kategorie, und das reicht locker für einen Nachmittag. Die vollen Gesamtkosten rechnest du am besten komplett durch, ehe du bestellst: beim Hersteller den Netto-Dollarpreis plus Versand und Einfuhrabgaben, beim Importeur in Italien den Europreis plus Mehrwertsteuer und Transport. Genauso wichtig ist der Service. In Europa kommen dafür nur die beiden Partner in Frankreich und Italien in Frage, eine Werkstatt in Deutschland steht nicht auf der Liste des Herstellers, und bei einem direkt bestellten Board läuft der Kontakt im Problemfall über den Hersteller in Nordamerika, ohne einen Händler dazwischen.
Wenn du das eFoilen erst einmal ausprobieren willst, bevor du dich für einen Kauf in dieser Preisklasse entscheidest, findest du die Anbieter in unserer Übersicht zum eFoil-Mieten, und einen kompletten Überblick über die Kosten gibt dir unser Ratgeber zu den eFoil-Preisen.


