Berlins Gewässer, sortiert nach erlaubt, eingeschränkt und gesperrt
Fast alles, was in Berlin nach See aussieht, ist rechtlich ein Stück Fluss. Havel, Spree und Dahme sind Bundeswasserstraßen, und Großer Wannsee, Müggelsee, Tegeler See und die Havelseen bis Potsdam hängen als Ausbuchtungen an ihnen. Dort gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, und die Kleinfahrzeugtabelle der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (Stand 1. September 2024) führt das E-Foilboard als Kleinfahrzeug mit Maschinenantrieb. Ein eFoil ist hier zugelassen: ab 16 Jahren, ohne Führerschein, mit Kennzeichen ab 2,21 kW.
Tiefen, Badezonen und Kursabläufe der beiden großen Seen stehen auf den Seiten zum eFoil am Wannsee und zum eFoil auf dem Müggelsee, diese Seite ist die Karte darüber. Drei Einschränkungen gehören gleich in den ersten Satz. Die Spree durch Mitte, vom Kanzleramtssteg bis zur Oberbaumbrücke, ist für Kleinfahrzeuge unter 11,04 kW gesperrt (§ 21.24 Nr. 1 BinSchStrO). Auf dem Tegeler See und auf dem Müggelsee außerhalb der Fahrrinne ist bei 12 km/h Schluss, ungefähr das Tempo, bei dem ein Board laut eFoilution erst Auftrieb bekommt. Auf Berlins eigenen Landeswasserstraßen wie Stößensee oder Heiligensee gelten 8 km/h (§ 10 Abs. 2 LSchiffV BE). Und Seen ohne Schifffahrt wie Schlachtensee oder Krumme Lanke darfst du laut dem Umweltportal des Senats nur ohne Antriebsmaschine befahren.
Bundeswasserstraßen
Havel, Spree, Dahme
Breite Havelseen
25 km/h, Uferstreifen 12 km/h
Spree in Mitte
gesperrt (§ 21.24 BinSchStrO)
Landeswasserstraßen
8 km/h (§ 10 LSchiffV BE)
Großer Wannsee und Havel als Hauptrevier im Südwesten
Der Große Wannsee gehört zur Unteren Havel-Wasserstraße (§ 22.01 BinSchStrO). Badezonen, Fährverkehr und den Ablauf der Kurse beschreibt die Seite zum eFoil am Wannsee, dieser Abschnitt nimmt das Tempo und die Havel dazu. Auf dem See gilt das großzügigste Limit, das Berlin zu bieten hat: 12 km/h im 100 m breiten Uferschutzstreifen, 25 km/h außerhalb (§ 22.04 Nr. 4). Zwei Schulen liegen am Ufer, E-Surfer im Nixe Yachthafen an der Königstraße 4B und eFoilution im Bootshaus Waller, Am Großen Wannsee 12H.
Die 25-km/h-Regel gilt nicht auf der ganzen Havel. Auf der Kladower Seestrecke von Schwemmhorn (km 13,00) bis zum Leuchtfeuer Meedehorn (km 15,50), samt Havelnebenarm südlich der Pfaueninsel und Sacrower Lanke, bleibt es bei 12 km/h (§ 22.04 Nr. 4), und den Nebenarm an der Pfaueninsel dürfen nach § 22.27 Nr. 6 nur Fahrgastschiffe, Fähren und Kleinfahrzeuge befahren, ein eFoil zählt dazu. Die Fähre F10 der BVG pendelt hier auf 4,4 km zwischen Wannsee und Alt-Kladow, rechne mit ihrem Schwell.
Nördlich davon, in Spandau, liegt die Scharfe Lanke, eine bis zu 4,5 m tiefe Havelbucht mit der Marina Lanke am Westufer. Hier sitzt eFoil Riders (Scharfe Lanke 115), früher eFoil Berlin. Die Landingpage spricht noch von Gatow, Buchungsseiten und Marina nennen Spandau, die Adresse ist dieselbe. § 22.27 Nr. 2 BinSchStrO sperrt die Bucht für die Schifffahrt, nimmt Kleinfahrzeuge aber aus. Ob dort 25 km/h gelten, hängt an der Breite über 250 m, und dafür gibt es keine amtliche Zahl, die wir zitieren könnten. Der Stößensee nebenan ist Berliner Landeswasserstraße mit 8 km/h; Lets-Foil führt ihn für Gruppenfahrten, gleiten ja, fliegen nein.

Viel Wasser, wenig freies Tempo auf Müggelsee und Dahme
Der Große Müggelsee ist ein Stück Müggelspree und damit Teil der Spree-Oder-Wasserstraße (§ 21.01 Nr. 1 BinSchStrO). Hier spielt sich fast alles in der gekennzeichneten Fahrrinne ab, aus einem verwickelten Grund. § 21.27 Nr. 6 verbietet nur Sportfahrzeugen mit laufendem Verbrennungsmotor, die Fahrrinne zu verlassen; ein elektrisches Board darf nach dem Wortlaut hinaus. Nur schaltet § 21.04 Nr. 4 b außerhalb der Fahrrinne die 25-km/h-Regel ab, es bleiben 12 km/h, und das Merkblatt der Wasserschutzpolizei Berlin vom April 2021 druckt daneben „nur für Anlieger“. Weil ein Foil laut eFoilution erst bei 12 bis 13 km/h Auftrieb erzeugt, foilst du auf dem Müggelsee praktisch nur in der Fahrrinne. Wie die Behörden Elektroboards außerhalb behandeln, dazu liegt uns keine schriftliche Auskunft vor.
Am See arbeiten zwei Schulen; Kursinhalte und Seetiefe stehen auf der Müggelsee-Seite. eFoilution sitzt in der Weißen Villa an der Josef-Nawrocki-Straße 10, ganzjährig geöffnet, im Winter mit Handschuhen, Booties und warmer Dusche. Die Fliteschool von Alle an Deck arbeitet an der Surf- und Segelschule Müggelsee, Fürstenwalder Damm 850. E-Surfer führt dieselbe Schule auf seiner Website als „eFoil Schule Müggelsee“, gebucht wird über Alle an Deck, es bleibt ein Anbieter unter zwei Namen.
Südlich von Köpenick öffnet sich die Dahme zum Langen See, und hier entscheidet die Kilometrierung. Von der Langen Brücke (km 33,24) bis zum Anfang der Regattastrecke (km 39,30) gilt die 25-km/h-Regel nicht (§ 21.04 Nr. 4 a), erst dahinter kann sie wieder greifen; auf der Regattastrecke Berlin-Grünau trainieren Ruderer und Kanuten. Der Gosener Graben ist für Kleinfahrzeuge mit Maschinenantrieb gesperrt (§ 21.24 Nr. 2).
Der Tegeler See ist zugelassen, aber auf 12 km/h gedeckelt
450 Hektar, davon knapp 54 Hektar Inseln, damit ist der Tegeler See nach dem Müggelsee der zweitgrößte See der Stadt, eine verzweigte Ausbuchtung der Havel-Oder-Wasserstraße (§ 23.01 BinSchStrO). Rechtlich ist er offen, im Tempo nicht. § 23.04 Nr. 2 nimmt den Tegeler See von der 25-km/h-Regel aus, es gelten 12 km/h. Dazu sperrt § 23.27 Nr. 3 die Durchfahrten zwischen Maienwerder und Valentinswerder, Valentinswerder und Baumwerder, Baumwerder und Scharfenberg sowie zwischen Reiswerder und dem Ostufer. Frei bleiben dort nur Fähren und Fahrzeuge ohne Antriebsmaschine, ein eFoil fällt unter das Verbot.
Lets-Foil nennt den Tegeler See neben dem Wannsee als Standardrevier. Wie ein Kurs dort mit dem 12-km/h-Limit abläuft, sagt die Website nicht; frag vor der Buchung nach, wo gefahren wird. Wer fliegen statt gleiten will, fährt zum Wannsee.
Spree in der Innenstadt, gesperrt vom Kanzleramt bis zur Oberbaumbrücke
§ 21.24 Nr. 1 BinSchStrO ist eindeutig. Auf der Spree-Oder-Wasserstraße vom Kanzleramtssteg (km 14,10) bis zur Oberbaumbrücke (km 20,70), Spreekanal eingeschlossen, dürfen Kleinfahrzeuge ohne Antriebsmaschine und Kleinfahrzeuge mit weniger als 11,04 kW größter Nutzleistung nicht fahren. Ausgenommen sind Motoren ab 3,69 kW, wenn der Fahrer einen Sportbootführerschein oder ein Patent hat. Unsere Lesart: kein führerscheinfreies Foilen durch Mitte.
Außerhalb der Sperrstrecke bleibt die Spree langsam: 10 km/h auf der Spree-Oder-Wasserstraße (§ 21.04 Nr. 1), 6 km/h auf dem Landwehrkanal, der bergwärts für Motoren ab 3,69 kW gesperrt ist (§ 21.27 Nr. 2). Der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal vom Westhafen (km 8,35) bis zur Mündung in die Spree (km 12,20) ist für Sportfahrzeuge ganz tabu (§ 21.27 Nr. 3). Bei 10 km/h hebt ein Foil nach der Angabe von eFoilution nicht ab; auf den Flussabschnitten bewegst du das Board legal nur in Verdrängerfahrt, mit dem Brett im Wasser. eFoil Riders nennt die Kanäle in seiner Kursbeschreibung windgeschützt, das stimmt für den Wind, nur nicht für das Tempo.
Potsdamer Havelseen: mit dem Board über die Stadtgrenze
Hinter dem Wannsee wechselt die Havel nur den Namen. Über den Jungfernsee geht es in die Potsdamer Havel, die als Bundeswasserstraße Tiefen See, Templiner See, Schwielowsee und die Wublitz bis km 8,65 einschließt (§ 22.01 BinSchStrO). Auf dem Fluss gelten 12 km/h, auf Seen über 250 m Breite außerhalb des Uferstreifens 25 km/h (§ 22.04). In die Wublitz dürfen nach § 22.27 Nr. 5 nur Kleinfahrzeuge ohne Verbrennungsmotor, ein Elektroboard erfüllt das. Sacrower Lanke, Petziensee, Glindowsee, Lehnitzsee und Krampnitzsee sind nach Nr. 2 für die Schifffahrt gesperrt, mit derselben Ausnahme für Kleinfahrzeuge wie an der Scharfen Lanke.
Ein Anbieter mit Basis in Potsdam ist uns nicht bekannt. Wer „efoil potsdam“ sucht, startet am Wannsee und fährt die Havel hinunter in den Jungfernsee und den Tiefen See. Plane das mit dem Akku im Kopf, die Hälfte der Ladung gehört dem Rückweg.
Sobald du die Bundeswasserstraße verlässt, gilt Brandenburger Landesrecht. § 69 Abs. 2 der Landesschifffahrtsverordnung Brandenburg (zuletzt geändert am 23. April 2026) verbietet auf schiffbaren Landesgewässern das Benutzen von „Wassermotorrädern, Hoverkrafts, Bodeneffektfahrzeugen und ähnlichen Kleinfahrzeugen, unabhängig von ihrer Antriebsart“. Ob ein eFoil „ähnlich“ ist, eine schriftliche Antwort einer Brandenburger Behörde darauf kennen wir nicht; bei kleineren Seen im Umland fragst du vorher bei der zuständigen Behörde nach. Verglichen mit Bayern oder dem Bodensee, wo eFoils auf den großen Seen ganz draußen bleiben, ist das ein Luxusproblem.
Kurse, Verleih und Listenpreise der Berliner Anbieter
Fünf feste Adressen, zwei mobile Anbieter und ein Buchungsnetzwerk ohne Berliner Standort. Die Listenpreise unten stehen so auf den Anbieterseiten, wie sie ein Besucher aus Deutschland sieht. Bei eFoil Riders zählt das: Der Shop rechnet nach Land des Besuchers, aus Deutschland siehst du 99 € für die Beginner Lesson, aus Spanien 100,66 € (21 statt 19 Prozent Mehrwertsteuer).
Tabelle seitlich wischen für weitere Spalten
| Anbieter | Revier und Adresse | Boards | Kurs | Verleih |
|---|---|---|---|---|
| eFoilution | Wannsee (Am Großen Wannsee 12H, Mitte Mai bis Mitte Oktober) und Müggelsee (Josef-Nawrocki-Str. 10, ganzjährig) | Lift 5'4 Cruiser, 4'9 Sport, 4'2 Pro (nur Müggelsee) | 250 € solo, 200 € p. P. zu zweit, 90 min Wasserzeit | 150 € / 90 min, nur nach eigenem Kurs |
| E-Surfer Schule Wannsee | Nixe Yachthafen, Königstraße 4B | Audi (Jetantrieb) | 249 € für 120 min | keine Preise veröffentlicht |
| Alle an Deck / Fliteschool Berlin | Müggelsee, Fürstenwalder Damm 850, 1. Mai bis 30. September | Fliteboard | 250 € p. P., 45 min Praxis, max. 2 Personen, inkl. Flite-Lizenz, bar | 75 € / 45 min mit Flite-Lizenz, bar |
| eFoil Riders Berlin | Scharfe Lanke 115, Marina Lanke, Spandau | Fliteboard | 99 € (ca. 45 min Fahrzeit); Gruppenevent 360 € (3-10 Pers.) | 89 € (ca. 45 min), Trainer vor Ort |
| Lets-Foil | Tegeler See / Wannsee, mobil | Sifly, Jetwave, Waydoo | 149,90 € / 75 min, bis 3 Personen | 99 € / h nach Kurs; 5er-Karte 396 €, 10er 749 €, Woche 750 € |
| Let’s Fly eFoil | Seen in Berlin und Brandenburg, Treffpunkt per E-Mail | keine Angabe | 149 € / ca. 90 min; Aufbaukurs 119 € / 60 min; 99 € / 60 min | keine Angabe |
| Gadgets4Rent | kein Berliner Standort genannt | keine Angabe | ab 199 € | nur mit Könnensnachweis |
Dahinter stecken zwei Konzepte. Die lange Einheit fahren eFoilution (90 Minuten Wasserzeit) und E-Surfer (120 Minuten Kurs); beide verkaufen auch Boards und rechnen Probefahrt oder Kursgebühr auf den Kaufpreis an. Die kurze Einheit mit 45 bis 60 Minuten Fahrzeit gibt es bei eFoil Riders, Alle an Deck und Lets-Foil. Was in einer Session mit Coach passiert, steht auf der Seite zum eFoil-Kurs, die Stufen liegen, knien, stehen erklärt eFoil fahren lernen. Lets-Foil listet sie in seiner Kursbeschreibung in derselben Reihenfolge: Start im Liegen, erste Flugversuche auf den Knien, Übergang ins Stehen, dann die ersten Kurven.
Beim Alter ziehen die Anbieter verschiedene Linien: eFoilution schult auf Binnengewässern ab 16, an Ost- und Nordsee ab 12 mit Elternteil; E-Surfer nennt 16, eFoil Riders 16 „ohne Ausnahme“ und 0,0 Promille, Let’s Fly eFoil 18 mit Personalausweis. Viel brauchst du nicht. Badekleidung und Handtuch reichen bei E-Surfer und eFoil Riders, eFoilution nennt dazu Bargeld, falls du nicht online bezahlt hast, und fürs Leihen den Personalausweis. Helm und Prallschutzweste gehören bei den Schulen zur Ausrüstung; Neopren stellen E-Surfer, eFoilution und Let’s Fly eFoil, bei Lets-Foil buchst du ihn dazu. Bei Alle an Deck gilt für Kurs und Verleih nur Barzahlung.
Ohne Kurs oder Könnensnachweis vermietet in Berlin kaum jemand, und die Bedingungen danach unterscheiden sich. eFoilution vermietet an eigene Schüler ohne Kaution, will aber eine bestehende Privathaftpflicht sehen; laut FAQ klappt das nach dem ersten Kurs bei 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer, nach spätestens zwei Kursen bei 90 Prozent. Alle an Deck vermietet an Fahrer mit Flite-Lizenz, die aus dem eigenen Kurs laut Anbieter weltweit gilt. eFoil Riders verlangt 48 Stunden Vorlauf, lässt höchstens drei Personen pro Zeitfenster aufs Wasser, fährt auch bei Regen und Kälte und erstattet bei Gewitter, Sturm, Hoch- oder Niedrigwasser den vollen Preis.
Sechs Marken tauchen bei den Berliner Anbietern auf. eFoilution fährt Lift, eFoil Riders und Alle an Deck Fliteboard, E-Surfer schult am Wannsee auf den Jet-Boards des früheren Audi e-tron foil, und Lets-Foil bringt Sifly, Waydoo und Jetwave mit. Gadgets4Rent verkauft Berliner Kurse ab 199 €, gibt keinen Standort an und stuft seine eigenen Spots als „nicht erlaubt oder ungeklärt“ ein; die Bundestexte oben sagen etwas anderes, frag nach dem Kursort. Was ein Board kostet, steht unter eFoil-Preis, worauf du beim eFoil-Kauf achtest, auf der Kaufseite, und Anbieter außerhalb Berlins sammelt die Übersicht eFoil mieten. Probefahren vor dem Kauf geht im E-Surfer-Shop im Funkhaus an der Nalepastraße 18 (nur nach Vereinbarung), mit dem 48-Stunden-Test von Lets-Foil und bei eFoilution am Müggelsee, wo der Preis der Probefahrt beim Kauf angerechnet wird.
Regeln in Berlin: Bundeswasserstraße, Kennzeichen, Tempozonen
Welches Regelwerk auf welchem Wasser gilt
Was Bundeswasserstraße ist, zählen § 21.01, § 22.01 und § 23.01 BinSchStrO auf: die Spree-Oder-Wasserstraße mit Spree, Dahme, Landwehrkanal, Müggelspree und Seddinsee, der Teltowkanal mit Glienicker Lake und Griebnitzsee, die Untere Havel-Wasserstraße mit Großem Wannsee, Scharfer Lanke und Potsdamer Havel, die Havel-Oder-Wasserstraße mit Tegeler See. Was sonst schiffbar ist, steht im Verzeichnis der Berliner Landeswasserstraßen: Stößensee, Heiligensee, Tegeler Hafen, Westhafen, Tiefwerder Gewässer, die Müggelspree ab km 11,85.
Für diese gilt die Landesschifffahrtsverordnung Berlin vom 27. April 1998, zuletzt geändert am 12. Juli 2023. Ihr § 1 Abs. 2 erklärt die Bundesvorschriften für entsprechend anwendbar, soweit sie selbst nichts anderes sagt. Für ein eFoil zählen darin zwei eigene Regeln. § 10 Abs. 2 setzt 8 km/h für Fahrzeuge mit Maschinenantrieb fest (Abschnittsregeln sind uns darin nicht begegnet), und § 6 verlangt für Sportboote eine Fahrerlaubnis nach § 3 Abs. 2 SpFV, lässt deren Ausnahmen aber unberührt. So lesen wir den Paragrafen: Die 7,5-kW-Freigrenze für Elektromotoren gilt auch auf dem Stößensee.
Kennzeichen, Führerschein, Alter, Verleihboards
Die Kleinfahrzeugtabelle der GDWS (Version 8.0, Stand 1. September 2024) beschreibt das E-Foilboard als „Elektrisch angetriebenes Surfbrett mit Tragflächenunterbau“ und stuft es als Kleinfahrzeug ein, ausdrücklich anders als das E-Jetboard, das als Wassermotorrad behandelt wird, mehr dazu unter Elektro-Surfbrett. Führerscheinfrei bleibt ein Sportboot nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 b SpFV, wenn der Elektromotor in der Betriebsart S1 höchstens 7,5 kW Dauerleistung liefert. Ein Kennzeichen brauchst du über 2,21 kW (§ 1 Nr. 2 f KlFzKV-BinSch); das amtliche kostet nach Nr. 301 des Gebührenverzeichnisses der WSBGebV 29,70 € und kommt vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel, Mehringdamm 129 (10965 Berlin). Leihboards sind nach der Vermietungsverordnung immer kennzeichnungspflichtig.
Nachtfahrt, Lichter, Versicherung und Bußgelder stehen Paragraf für Paragraf auf der Seite eFoil-Regeln in Deutschland. Das Mindestalter regelt § 1.09 Nr. 1 BinSchStrO mit 16 Jahren; Nr. 2 nimmt nur Kleinfahrzeuge ohne Antriebsmaschine aus, und keine Berliner Schule nimmt Jüngere, Let’s Fly eFoil sogar erst Volljährige.
Tempozonen von 25 bis 5 km/h
Gesammelt aus § 21.04, § 22.04 und § 23.04 BinSchStrO und § 10 LSchiffV BE. Die 250-m-Breite ist dabei nicht nachgemessen, und das Merkblatt der Wasserschutzpolizei Berlin vom April 2021 stellt einen Satz über alles: „Die Geschwindigkeitsgebote von aufgestellten Schifffahrtszeichen haben immer Vorrang“.
- 25 km/h außerhalb des 100-m-Uferstreifens: Großer Wannsee, die offenen Havelseen bis Potsdam außer der Kladower Seestrecke, Templiner See, Tiefer See, Schwielowsee, Seddinsee, Langer See ab der Regattastrecke.
- 12 km/h ohne 25er-Zone: Tegeler See; Kladower Seestrecke mit Sacrower Lanke und Pfaueninsel-Nebenarm; Langer See von der Langen Brücke bis zur Regattastrecke; Großer Müggelsee außerhalb der Fahrrinne; Dahme-Seen von Rauchfangswerder bis Dolgenbrodt.
- 12 km/h auf dem Fluss: Untere Havel von der Spreemündung bis Quapphorn, Potsdamer Havel.
- 10 km/h: Spree, Dahme, Havel-Oder-Wasserstraße bis zum Havelkanal, Glienicker Lake, Griebnitzsee, Kanäle im Spree-Oder-Bereich.
- 8 km/h: die übrigen Kanäle der Unteren Havel-Wasserstraße; alle Berliner Landeswasserstraßen.
- 6 km/h: Landwehrkanal; die übrigen Kanäle der Havel-Oder-Wasserstraße.
- 5 km/h: Stichkanäle, Nebenarme, Altarme.
Was du zu Anfahrt, Saison, Wasserqualität und Ausrüstung wissen musst
Zum Parken sagt nur eine Schule etwas. eFoil Riders nennt Parkplätze vor Ort und eine Umkleide an der Scharfen Lanke; auf den anderen Anbieterseiten steht kein Wort dazu.
Die Saison hängt am Anbieter: eFoilution fährt am Wannsee von Mitte Mai bis Mitte Oktober und am Müggelsee das ganze Jahr, Alle an Deck vom 1. Mai bis zum 30. September. Let’s Fly eFoil fährt bei leichtem Regen und verschiebt bei Gewitter oder starkem Wind kostenlos, eFoil Riders fährt auch bei Kälte. Wind und Wetter am Müggelsee zeigt die Webcam von Alle an Deck live, mit einer Aussicht für drei Tage daneben.
Ins Wasser fällst du beim Lernen oft. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales überwacht die offiziellen Badestellen vom 15. Mai bis zum 15. September und warnt vor Massenentwicklungen giftbildender Blaualgen; im Spätsommer sieh vor der Session auf die LAGeSo-Seite deines Sees. Die Senatsverwaltung nennt Wellenschlag von Schiffen, ankernde Boote und Baden im Röhricht als Ursachen für den Schilfverlust, rund 23 Kilometer Schilfufer sind mit Palisaden geschützt. Starte und lande abseits der Schilfgürtel.
Mit eigenem Board gehört das Kennzeichen vor die erste Fahrt und eine Privathaftpflicht in den Ordner; eFoilution vermietet ohne sie gar nicht. Für ein Wochenende außerhalb Berlins liegen die Müritz, die Ostsee und Rügen nahe genug; eFoilution betreibt in Binz eine Station, und Lets-Foil führt im Menü einen Ableger an der Ostsee in Rerik.


