Sitz, Lenker und ein Wasserstrahl aus dem Rumpf
Du sitzt darauf wie auf einem Motorrad, die Hände am Lenker, und einen Bootsrand gibt es nicht. Der Rumpf ist klassisch aus GFK. Vorwärts geht es mit einem Wasserstrahl: Ein Impeller im Rumpf saugt Wasser an und drückt es nach hinten hinaus, einen offen liegenden Propeller hat ein Jetski nicht. Beim Elektro-Jetski bleibt das Prinzip gleich, nur arbeitet im Rumpf ein Elektromotor, und wo sonst der Tank sitzt, steckt ein Akku.
Das Wort selbst ist streng genommen ein Markenname. „Jet Ski“ ist bei Kawasaki geschützt, und die anderen großen Hersteller nennen ihre Geräte anders: WaveRunner bei Yamaha, Sea-Doo bei BRP (früher Bombardier). International heißt die Fahrzeugklasse Personal Watercraft, kurz PWC, im Alltag sagt man auch Wasserscooter. In den deutschen Verordnungen heißt das Gerät Wassermotorrad, und an diesem Wort hängen Fahrverbote, Führerschein und Kennzeichen.
Die Wassermotorräder-Verordnung vom 31. Mai 1995 (WasMotRV, zuletzt geändert durch Art. 6 der Verordnung vom 23. Juli 2024) definiert in § 1 Nr. 3 Wassermotorräder als „Kleinfahrzeuge, die als Personal Water Craft wie ‚Wasserbob‘, ‚Wasserscooter‘, ‚Jetbike‘ oder ‚Jetski‘ bezeichnet werden, und sonstige gleichartige Fahrzeuge“. Eine Antriebsart nennt die Vorschrift nicht. Nach unserer Lesart fällt ein Elektro-Jetski damit ohne Einschränkung unter die Definition. Die Kleinfahrzeug-Tabelle der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (KFT-G 8.0, Stand 1. September 2024), eine Verwaltungshilfe und kein Gesetz, sortiert die Fahrzeuge auch nach ihrer Bauart, so lesen wir sie; der Antrieb entscheidet dort nichts.
Zum Vergleich ein Benziner: Der Sea-Doo Spark von BRP wiegt trocken rund 195 kg und leistet 44 oder 66 kW. Beim schwedischen ROXEN wiegt der Rumpf 79 kg und der Akku 33 kg, der Motor leistet 22 kW. Die Taiga Orca P2 aus Kanada bringt 120 kW und 357 kg mit. Kurz ist bei beiden Elektro-Jetskis die Fahrzeit pro Ladung, bis zu 75 Minuten beim ROXEN und bis zu zwei Stunden bei der Orca.
Jetboard, eFoil und aufblasbares Spielzeug sind etwas anderes
Unter dem Namen Elektro-Jetski wird einiges verkauft, das mit dem Sitz- und Lenkerfahrzeug wenig zu tun hat. Am nächsten kommt ihm das Jetboard: ein Surfbrett mit Benzin- oder Elektromotor, auf dem du stehst, mit einer Stange oder Leine vorne am Brett in der Hand, gelenkt wird mit dem Körpergewicht. Der Jetsurf Electric 2 Ski des tschechischen Herstellers Jetsurf ist so ein Fall. Der deutsche Händler E-SURFER führt ihn als „Stand-up-Jetski“, mit verstellbarem Lenker, und er lässt sich zum Surfbrett umbauen. Jetsurf USA nennt einen 3-kWh-Akku unter 60 V, 25 bis 55 Minuten Fahrzeit, rund 38,4 kg mit Akku und Lenker, bis 120 kg Zuladung und bis zu 55 km/h. Das Handbuch kennt drei Leistungsstufen mit 6, 9 und 11 kW, die technische Tabelle führt 7,8 kW. Weitere Bretter dieser Art stehen unter Elektro-Surfbrett.

Rechtlich liegen Jetboard und Jetski nah beieinander. Die GDWS-Tabelle zählt ein Jetboard unabhängig von der Leistung zu den Wassermotorrädern, und so gelten für das Brett nach unserer Lesart dieselben Fahrverbote wie für den Jetski. Ein eFoil ist laut derselben Tabelle kein Wassermotorrad.
Beim eFoil hebt ein Tragflügel unter dem Brett das Board samt Fahrer aus dem Wasser. Den Schritt zum Sitzfahrzeug macht der Awake NAVI: Awake beschreibt ihn als vollelektrisches Hydrofoil-Wasserfahrzeug für bis zu zwei Personen, das bis zu 30 km/h schnell über der Oberfläche fliegt. Einen Jetski sieht E-SURFER darin nicht. Der Händler nennt den NAVI einen elektrischen Foiler, weil er den Rumpf auf dem Foil aus dem Wasser hebt; ein Jetski gleitet auf der Oberfläche.
Die aufblasbaren „Elektro-Jetskis“ sind eine Spielzeugklasse für Kinder und Einsteiger, mit kleinen Elektroantrieben und wenigen km/h, und auf Kleinanzeigen bieten sie oft Privatleute an. Ein ausgewachsener Elektro-Jetski hat 22 kW (ROXEN) bis 120 kW (Taiga Orca) und fährt 55 km/h und mehr. Trotz „Jet“ im Namen ist auch der Highfield EJET330 kein Jetski. Er ist ein elektrisches Beiboot mit Schlauchrumpf, 3,36 m lang, das ein ZeroJet-Wasserstrahl antreibt.
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| Fahrzeug | Beispiel | Haltung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Elektro-Jetski | ROXEN, Taiga Orca | sitzend, Lenker | Wassermotorrad (WasMotRV § 1 Nr. 3, unsere Lesart) |
| Jetboard | Jetsurf Electric 2 Ski | stehend, Lenker oder Leine | Wassermotorrad (GDWS-Tabelle) |
| eFoil | Awake RÄVIK, Lift | stehend | kein Wassermotorrad (GDWS-Tabelle) |
| Sitzender eFoiler | Awake NAVI | sitzend, bis zwei Personen | - |
| Aufblasbares Spielzeug | Kinder-Jetski | sitzend | - |
Zwei Hersteller liefern Elektro-Jetskis: Roxen und Taiga
Kawasaki, Yamaha, Sea-Doo: Keine der großen Jetski-Marken hat laut dem Händler E-SURFER ein elektrisches Serienmodell in nennenswerter Stückzahl auf dem Markt. Was sich kaufen lässt, kommt von kleineren Herstellern, ein Schwede und ein Kanadier vor allem, dazu ein Finne mit breiteren Rümpfen.
ROXEN aus Schweden
Roxen Innovations sitzt in Linköping und Stockholm und baut auch dort, der Akku wird in Schweden gefertigt. Der ROXEN ist ein leichtes Elektrofahrzeug mit einem Rumpf aus ABS und aufblasbaren Schläuchen, und laut Roxen passt er auf einen Dachträger. Er misst 2,6 x 1,26 m. Unter der vorderen Haube liegt ein Staufach mit 55 Litern.
Der Motor leistet 22 kW (30 PS); ob das Spitzen- oder Dauerleistung ist, sagt Roxen nicht. Der Akku hat 5,25 kWh, ist wassergekühlt, nach IP67 geschützt und in unter einer Minute gewechselt. Die Spitze gibt Roxen mit 30 Knoten an, rund 55 km/h, das Reisetempo mit 15 bis 20 Knoten. Pro Ladung kommst du je nach Bedingungen bis zu 75 Minuten oder bis zu 27 km weit. Das Ladegerät gehört zu jedem Fahrzeug und lädt den Akku an einer normalen 230-V-Steckdose in etwa 2,5 bis 3 Stunden.
Ab Werk ist der ROXEN vernetzt: über 4G/LTE mit Updates aus der Ferne, Fahrmodi, Live-Daten zu Akku, Reichweite und Tempo und einem Geofencing, das das Fahrzeug an einer festgelegten Grenze bremst oder abschaltet. Ein vollständiges Datenblatt gibt es nicht. Wie viele Personen mitfahren dürfen, welche Höchstlast gilt, welche Dauerleistung der Motor hat und ob eine CE-Zertifizierung vorliegt, hat Roxen laut E-SURFER nicht veröffentlicht, und auf allen Aufnahmen sitzt ein einzelner Fahrer. Die CE-Zertifizierung als Sportboot sei noch nicht abgeschlossen, schreibt Roxen selbst.
Taiga Orca aus Kanada
Taiga Motors baut die Orca in Montreal. 2024 ging Taiga in Kanada in den Gläubigerschutz und wurde von einer Gruppe übernommen, zu der auch die Elektroboot-Marken Vita, Evoy und Aqua superPower gehören. Im Mai 2025 liefen Produktion und Auslieferung wieder an, und im September 2025 stellte Taiga die Orca P2 und die dreisitzige WX3 im Monaco Yacht Club als Europastart vor.
Drei Modelle stehen im Programm. Die Orca P2 ist der Zweisitzer, die Orca WX3 ein Crossover für drei Personen mit eingebautem Schlepphaken, und die Orca Carbon ist auf 300 Stück limitiert und hat Rumpf und Deck aus Kohlefaser. P2 und WX3 leisten 120 kW, die Carbon bis zu 120 kW. Nach Taigas eigenen Tests fährt die P2 bis zu zwei Stunden im Stop-and-go und 1 Stunde 20 Minuten bei konstant 30 km/h, die WX3 kommt auf dieselben Werte. Die neuen Orca-Modelle laden serienmäßig per DC-Schnellladung in unter 30 Minuten, in Europa über CCS2, und können Strom ins Netz zurückspeisen. Eine Akkugröße in kWh veröffentlicht Taiga nicht.
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| Modell | Plätze | Leistung | Akku | Gewicht | Fahrzeit |
|---|---|---|---|---|---|
| ROXEN | - | 22 kW | 5,25 kWh | 79 kg Rumpf, 33 kg Akku | bis 75 min |
| Taiga Orca P2 | 2 | 120 kW | - | 357 kg | bis 2 h, 1 h 20 min bei 30 km/h |
| Taiga Orca WX3 | 3 | 120 kW | - | 371 kg | 2 h, 1 h 20 min bei 30 km/h |
| Taiga Orca Carbon | - | bis 120 kW | - | - | bis 2 h |
| Sea-Doo Spark (Benzin) | - | 44,13 oder 66,19 kW | 30 L Tank | 194 oder 196 kg trocken | - |
Viva Electric Jets aus Finnland
Breiter gebaut sind die Elektro-Jetskis von Viva Electric Jets: der Cruizer für Verleiher sowie die Modelle GT und PRO. Laut Boote-Magazin reicht eine Ladung für etwa zwei Stunden, und von 10 auf 80 % lädt der Akku in unter 30 Minuten.
Sea-Doo, Narke, Nikola: angekündigt und nicht gekommen
Im März 2021 kündigte BRP an, bis Ende 2026 in jeder seiner Produktlinien Elektromodelle anzubieten. Einen elektrischen Sea-Doo-Prototyp hatte der Konzern schon auf seinem Händlertreffen 2020 gezeigt, zwischen anderen elektrischen Konzeptfahrzeugen. Auf einer Händlerkonferenz 2026 hieß es dann, in diesem Jahr komme kein elektrisches PWC. Der Manager für die globale Produktstrategie von Sea-Doo sagte laut Watercraft Zone, die Tests hätten gezeigt, elektrisch sei “not the solution for on the water”. Das Projekt liege auf Eis, und “the question is when, not if”. RideApart machte daraus in der Überschrift das Ende des elektrischen Sea-Doo.
Ähnlich lief es bei einem zweiten BRP-Projekt. Das elektrische Hydrofoil-Board Sea-Doo Rise wurde 2022 vorgestellt und für 2024 angekündigt; Daten, Preis und Auslieferung stehen laut dem Händler bis heute aus.
Aus Ungarn stammt der Narke GT95. E-SURFER ist 2021 einen Prototyp gefahren, mit Carbonrumpf, 95 PS, 24 kWh und drei Sitzen, und schreibt, das Fahrzeug sei kaum auf den Markt gekommen. Narke meldet auf der eigenen Website, alle GT95 seien verkauft, und kündigt etwas Neues an.
Bei den Foil-Jetskis sieht es nicht besser aus. Den französischen Hersteller Neocean, der das Overboat baute, gibt es laut E-SURFER seit März 2024 nicht mehr. Das slowenische Flyway wurde nach Darstellung des Händlers nie ausgeliefert, und Searider aus Monaco ist dort als noch in der Entwicklung geführt.
Noch älter sind diese Ankündigungen, von denen keine in Europa in den Handel kam:
- Nikola WAV, gezeigt 2019, die Arbeit daran ruht seit 2021
- Gratis X1 von Free Form Factory, 2017
- J-Force eJet aus Deutschland, 2015
- Stromkind, ein Wiener Start-up, 2016 in der Entwicklung
- Green Samba aus Ohio, 2010
Im Februar 2026 zeigte TEWAMOTO auf der Bootsmesse in Miami den HydraX, eine Designstudie für ein elektrisches PWC, ohne technische Daten und ohne Preis.
Listenpreise: von Roxen bis zum Sea-Doo Spark
Ab 17.900 € netto verkauft Roxen den ROXEN, ohne Mehrwertsteuer und Versand, ab Werk. E-SURFER verlangt in Deutschland 21.301 € mit 19 % Mehrwertsteuer. Taiga nennt für die Orca nur Dollarpreise. Die laufenden Kosten, den Ersatzakku und den Abstand zum Sea-Doo rechnet die Seite Elektro-Jetski-Preis Posten für Posten durch.
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| Modell | Anbieter | Preis |
|---|---|---|
| ROXEN | Roxen | ab 17.900 € ohne MwSt. |
| ROXEN | E-SURFER | 21.301 € inkl. MwSt. |
| Zusatzakku ROXEN | Roxen | 5.900 € ohne MwSt. |
| Taiga Orca P2 | Taiga | ab 20.999 USD / 25.999 CAD |
| Taiga Orca WX3 | Taiga | ab 23.999 USD / 29.999 CAD |
| Taiga Orca Carbon | Taiga | ab 25.999 USD / 32.499 CAD |
| Jetsurf Electric 2 Ski (Jetboard) | E-SURFER | 16.648 € inkl. MwSt. |
| Awake NAVI (eFoiler) | Awake | 39.990 € |
| Awake NAVI (eFoiler) | E-SURFER | 47.590 € inkl. MwSt. |
| Sea-Doo Spark 2026 (Benzin) | Sea-Doo Deutschland | ab 8.799 € inkl. MwSt. |
| Sea-Doo GTR 2026 (Benzin) | Sea-Doo Deutschland | 18.999 € |
Der Sea-Doo Spark kostet weniger als die Hälfte eines ROXEN bei E-SURFER. Im Betrieb dreht sich das Verhältnis: Roxen rechnet mit etwa 1,10 bis 1,30 € Strom pro Stunde, gegenüber etwa 24,80 € Sprit für ein Benzin-Fahrzeug. Nur kostet ein zweiter Akku für längere Tage ein Drittel des Fahrzeugs.
Führerschein: 7,5 kW Dauerleistung sind die Grenze
Einen eigenen Jetski-Führerschein gibt es in Deutschland nicht. Die Sportbootführerscheinverordnung vom 3. Mai 2017 (SpFV, zuletzt geändert durch Art. 72 Abs. 4 des Gesetzes vom 23. Oktober 2024) zählt Wassermotorräder in § 2 Nr. 3 zu den Sportbooten, und für sie gilt derselbe Sportbootführerschein wie für ein Motorboot: auf Binnengewässern der Sportbootführerschein Binnen, auf See der Sportbootführerschein See (§ 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1).
Ohne Führerschein fährst du nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SpFV nur, wenn die größte nicht überschreitbare Nutzleistung bei einem Verbrennungsmotor höchstens 11,03 kW beträgt (Buchstabe a) oder bei einem Elektromotor höchstens 7,5 kW in Betriebsart S1 (Dauerbetrieb) nach DIN EN 60034-1 (Buchstabe b). Die bekannten „15 PS“ sind die 11,03 kW für Verbrenner. Ein Elektro-Jetski mit rund 11 kW Dauerleistung braucht nach unserer Lesart also einen Führerschein, und ein Spitzen- oder Boost-Wert aus dem Prospekt ist kein S1-Wert.
Roxen nennt für den ROXEN 22 kW ohne Angabe, ob Spitze oder Dauer, Taiga für die Orca 120 kW. Einen Wert in Betriebsart S1 veröffentlicht keiner von beiden, und damit lässt sich die 7,5-kW-Befreiung nach unserer Lesart für keinen der beiden belegen. Roxen schreibt selbst, die Führerscheinpflicht sei von Land zu Land verschieden, und verweist auf die örtliche Schifffahrtsbehörde.
Den Motorbootführerschein bekommst du ab 16 Jahren, unter 18 mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (§ 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 a und Satz 2 SpFV). Dazu kommt das Kennzeichen: Nach § 2 Abs. 5 der Binnenschifffahrt-Kennzeichnungsverordnung vom 21. Februar 1995 (zuletzt geändert durch Art. 7 der Verordnung vom 14. Oktober 2025) braucht ein Wassermotorrad auf den Binnenschifffahrtsstraßen ein amtliches Kennzeichen. Das Verbandskennzeichen IBS, das ADAC, DMYV und DSV ausgeben, reicht dafür nicht.
In der Schweiz zählen Jetskis nach Art. 2 Ziff. 18 der Binnenschifffahrtsverordnung (BSV, SR 747.201.1, Fassung vom 1. Januar 2022) zu den Vergnügungsschiffen. Prüfung, Alter und Gebühren beim deutschen Sportbootführerschein stehen unter Elektro-Jetski-Führerschein. In der Schweiz verlangt Art. 78 Abs. 1 Bst. a den Führerausweis schon ab 6 kW.
Gefahren wird nur auf freigegebenen Strecken
Der Führerschein ist die kleinere Hürde. Auf den Binnenschifffahrtsstraßen ist das Fahren mit einem Wassermotorrad nach § 3 Abs. 1 WasMotRV verboten, außer auf den Strecken, die mit dem Tafelzeichen E.22 freigegeben sind. Erlaubt bleiben nur der kürzeste Weg von der nächstgelegenen Einsetzstelle zu einer freigegebenen Fläche und die Wanderfahrt. Die definiert § 1 Nr. 4 als Fahrt mit festem Ausgangs- und festem Zielpunkt, bei der kein Wegpunkt öfter als zweimal passiert wird. Runden vor dem Strandbad außerhalb einer freigegebenen Fläche schließt das nach unserer Lesart aus.
Den Rest regeln die §§ 5 und 6 WasMotRV. Eingesetzt wird nur an festen Zugängen wie Slipanlagen oder mit einem geeigneten Kran. Auf den freigegebenen Flächen fährst du nur zwischen 7 und 20 Uhr, nicht vor Sonnenaufgang und nicht nach Sonnenuntergang und nur bei mehr als 1.000 m Sicht. Fällt der Fahrer herunter, muss eine Vorrichtung den Motor abstellen oder auf die niedrigste Stufe drosseln und das Fahrzeug im Kreis fahren lassen, und alle an Bord tragen eine Schwimmhilfe mit mindestens 50 Newton Auftrieb.
An der Küste gilt die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung in der Fassung vom 22. Oktober 1998 (zuletzt geändert durch Art. 3 der Verordnung vom 18. September 2024). Nach § 31 Abs. 1 bis 3 sind Wassermotorräder im Fahrwasser verboten, außer auf bekanntgemachten oder mit dem Zeichen B.8 ausgewiesenen Flächen; außerhalb des Fahrwassers sind sie erlaubt, soweit dort keine Sperrung gilt, und sie müssen allen anderen Fahrzeugen ausweichen. Vor erkennbarem Badebetrieb sind außerhalb des Fahrwassers innerhalb von 500 m vom Ufer höchstens 8 km/h erlaubt (§ 26 Abs. 4). Auf den Bundeswasserstraßen in den drei Wattenmeer-Nationalparks sind Jetskis nach § 6 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 der Verordnung über das Befahren der Bundeswasserstraßen in Nationalparken im Bereich der Nordsee (NordSBefV) vom 25. April 2023 ganz verboten.
Auf vielen Seen ist Schluss, bevor die Frage nach dem Antrieb überhaupt aufkommt. Am Bodensee verbietet Art. 6.15 Abs. 7 der Bodensee-Schifffahrts-Ordnung Aqua-Scooter und Wassermotorräder „jeglicher Antriebsart“, elektrische eingeschlossen. Auf den Seen der Bayerischen Schlösserverwaltung, darunter Ammersee, Chiemsee, Starnberger See, Tegernsee und Königssee, sind motorisierte Wassersportgeräte wie E-Surfboards „und Ähnliches“ nicht gestattet, und darunter fällt nach unserer Lesart auch der Elektro-Jetski. Auf den Schweizer Teilen von Lago Maggiore und Luganersee sind Jetskis jeder Antriebsart nach Art. 55a Abs. 1 der schweizerisch-italienischen Regelung SR 0.747.225.1 (Fassung vom 5. Dezember 2017) verboten; mehr zur Schweiz steht unter eFoil in der Schweiz.
Rechtsberatung ist das nicht. Was gilt, steht im Verordnungstext in der jeweils geltenden Fassung, und im Zweifel sagt es dir das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.
Kaufen: Reservierung bei Roxen, Warten bei Taiga
Den ROXEN kaufst du über eine Reservierung. Im Webshop von Roxen kostet sie 500 €, sie wird auf den Kaufpreis angerechnet und ist voll erstattbar, bis ein Kaufvertrag unterschrieben ist. Einen Liefertermin nennt Roxen erst, wenn die Produktion eingeplant ist. Geliefert wird ab Werk, und in Deutschland führt ihn auch E-SURFER. Roxen gibt 24 Monate Garantie auf Material und Verarbeitung, eine eigene Frist für den Akku gibt es nicht. Eine Inspektion nach zwölf Monaten empfiehlt der Hersteller, vorgeschrieben ist sie nicht.
Vor der Unterschrift gehören vier Fragen auf den Tisch, weil Roxen die Antworten bisher nicht veröffentlicht hat: wie viele Personen mitfahren dürfen, welche Höchstlast gilt, welche Dauerleistung in Betriebsart S1 der Motor hat und ob die CE-Zertifizierung abgeschlossen ist. Am S1-Wert hängt die Führerscheinfrage.
Bei Taiga ist der Weg länger. Auf der eigenen Website nennt der Hersteller keine Händler, nur ein Bewerbungsformular für künftige, und einen Händler in Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es dort nicht. In den USA ist Nautical Ventures seit September 2025 exklusiver Taiga-Händler für vier Bezirke in Florida.
Gebraucht ist der Markt fast leer. Ausgewachsene Elektro-Jetskis finden sich auf Kleinanzeigen kaum oder gar nicht; was dort unter dem Namen privat angeboten wird, sind Kinder-Jetskis und aufblasbare Modelle. Taucht doch ein gebrauchter ROXEN auf, gehört das Ladegerät dazu, denn Roxen liefert es mit jedem Fahrzeug aus. Die Live-Daten zu Akku und Reichweite lässt du dir vor dem Kauf zeigen, und wie du einen gebrauchten Akku grundsätzlich einschätzt, steht beim gebrauchten eFoil. Händler, Reservierung, CE-Zeichen und eine Checkliste für den Gebrauchtkauf hat die Seite Elektro-Jetski kaufen.




