Ruhiger, flacher See mit dicht bewaldetem Ufer unter blauem Himmel (Symbolbild, nicht am Steinhuder Meer aufgenommen)

eFoil am Steinhuder Meer

Niedersachsens größter See ist Deutschlands größter Flachsee: Elektroantrieb bis 10 PS erlaubt, Schutzzonen und Winterverbot beachten

Aktualisiert:

Ein Flachsee mit rund 1,4 m Wasser unter dem Brett

Mit rund 27,7 km² freier Wasserfläche, 8 km Länge und 4,5 km Breite ist das Steinhuder Meer der größte See Niedersachsens, und mit einer mittleren Wassertiefe von 1,35 m zugleich der größte Flachsee Deutschlands. So der NLWKN; die Landschaftsschutzverordnung von 2020 nennt etwa 1,45 m im Schnitt und rund 2,90 m an der tiefsten Stelle. Für ein eFoil ist diese Tiefe die entscheidende Zahl. Ein Foil hängt mit Mast, Flügel und Propeller ein gutes Stück tiefer unter dem Brett als ein Bootsrumpf, und vor dem Abheben, wenn das Brett noch im Wasser liegt, steckt die ganze Mastlänge unter der Oberfläche.

Ob das reicht, hängt an der Mastlänge deines Boards, an der Tiefe an deiner Startstelle und am Pegel. Die Mastlänge findest du im Datenblatt (die übrigen Fragen vor dem eFoil-Kauf sammelt die Kaufseite), die Startstelle wählst du selbst, und der Pegel wandert: Am Ende des Frühjahrs steht das Wasser am höchsten, bis zum Herbst sinkt es im Schnitt um 20 cm. Im Trockenjahr 2018 fiel der Seewasserstand zwischen Ende April und Ende September um 47 cm, auf eine Wassertiefe von 88 cm, und der NLWKN berichtet für dieses Jahr von erheblichen Einschränkungen für Wassersport und Berufsschifffahrt.

Am Ufer wird es enger als in der Mitte. Schilf wächst hier bis in 1 m Wassertiefe, am Nordufer beginnt vor jedem Steg eine Schilfschutzzone von mindestens 10 m und je nach Lage bis etwa 30 m Breite, und nach den trockenen Jahren hat der NLWKN in Ufernähe inselartig wachsende Unterwasserpflanzen beobachtet. Für Propeller und Flügel sind das Hindernisse, die du im Wasser nicht siehst, und was flaches Wasser bei einem Sturz bedeutet, erklärt der Abschnitt Wassertiefe und Abstand auf der Lernseite. Sehen wirst du wenig. Der See ist so flach, dass schon die Wellen die weichen, organischen Sedimentschichten aufwirbeln, und diese Treibmudde setzt sich dort ab, wo Wind und Welle nicht hinkommen, in Häfen und an Steganlagen, die seit 1980 regelmäßig entschlammt werden.

Die andere Seite dieser Flachheit ist ein Vorteil, vor allem am Anfang. Die Schule in Mardorf beschreibt ihr Revier als stehtief mit 0,5 bis 2,5 m Wasser und Sandboden, und wer nach dem Sturz stehen kann, dreht das Brett in Ruhe und spart die Kraft, die im tiefen Wasser beim Aufklettern draufgeht. Strömung gibt es keine: Der See wird zu über 60 % aus Grundwasser gespeist, sein einziger Abfluss ist der Meerbach, und den regelt seit 1967 ein Staubauwerk. Was dich bewegt, ist der Wind.

Wasserfläche

ca. 27,7 km²

Mittlere Tiefe

1,35 bis 1,45 m

Tiefste Stelle

rund 2,90 m

Elektromotor

bis 7,35 kW (10 PS)

Die DStMVO erlaubt Elektromotoren bis 7,35 kW und lässt den Führerschein offen

Der See steht nicht in der Anlage 1 des Bundeswasserstraßengesetzes. Er gehört dem Land Niedersachsen, und was auf dem Wasser erlaubt ist, regelt die Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs am Dümmer und Steinhuder Meer, kurz DStMVO, von 2007, zuletzt geändert 2013. Zuständige Behörde ist nach § 25 die Region Hannover. Das Bundesrecht, das die Seite eFoil-Regeln in Deutschland für Havel, Main oder Rhein beschreibt, greift hier nicht als solches. Die Verordnung regelt Dümmer und Steinhuder Meer in einem Text, und zum Steinhuder Meer zählt sie nach § 1 Abs. 2 auch den Hagenburger Kanal, die Großenheidorner Kanäle, den Meerbach bis zum Abschlusswehr und den Ententeich.

Der Kern steht in § 3 Abs. 1: Der Gemeingebrauch ist zugelassen für das Baden, das Befahren mit kleinen Fahrzeugen ohne Eigenantrieb oder mit batteriebetriebenen Elektromotoren mit einer Leistung bis 7,35 kW (10 PS), und für den Eissport. Ein eFoil ist ein Schwimmkörper, der zur Fortbewegung bestimmt ist, und damit ein Fahrzeug nach § 2 Nr. 1; sein Akku speist einen Elektromotor, der weit unter 10 PS bleibt. Nach dem Wortlaut darfst du damit auf den See, ohne Antrag und ohne Genehmigung. Verbrenner und Elektromotoren über 10 PS brauchen eine Ausnahmegenehmigung der Region Hannover. Die Verordnung nennt 7,35 kW, das Bundesrecht 7,5 kW Dauerleistung; verbreitete Boards liegen mit rund 3,7 kW weit unter beidem.

Beim Führerschein wird es unübersichtlich. § 5 Abs. 1 verlangt für das Führen eines Fahrzeugs einen gültigen Befähigungsnachweis mit Lichtbild, § 5 Abs. 4 beschränkt diese Pflicht auf Segelboote ab 6 m² Segelfläche, Segelsurfbretter, Eissegelyachten und Motorboote, und für Motorboote verweist § 6 Abs. 1 Nr. 2 auf die Sportbootführerscheine Binnen (Antriebsart Motor) und See. Was ein Motorboot ist, definiert § 2 nicht. Die Region Hannover schreibt in ihrer öffentlichen Zusammenfassung, der See dürfe von jedermann mit Elektromotoren bis 10 PS befahren werden, und nennt keinen Führerschein; eine Aussage zum eFoil ist das nicht. Solange das niemand schriftlich bestätigt, bleibt nach unserer Lesart nur eines: Mit eigenem Board fragst du vorher beim Team Allgemeine Ordnungsangelegenheiten der Region Hannover nach. Im Kurs stellt sich die Frage nicht, weil § 5 Abs. 5 Personen in Ausbildung ausnimmt, die unter Aufsicht einer geeigneten Person fahren, und diese Aufsichtsperson muss im Gefahrenfall rasch eingreifen können.

Ein Kennzeichen verlangt der Text nicht. § 8 verlangt für Fahrzeuge ohne amtliche Nummer Schiffsname und Vereinsbezeichnung außenbords, nimmt in Abs. 2 aber Segelsurfbretter, Eissegelyachten und Fahrzeuge ohne oder mit Segel bis 6 m² Segelfläche aus, und ein eFoil hat kein Segel. Ein amtliches Registrierungsverfahren, das § 22 der Region erlauben würde, ist nirgends veröffentlicht, soweit wir sehen. Ein Mindestalter nennt die Verordnung nicht, ein Tempolimit in km/h auch nicht. Dafür zieht § 5 Abs. 2 bei 0,5 Promille die Grenze, und § 10 Abs. 3 verlangt, dass jeder Nutzer die Eigenheiten des Gewässers kennt, nämlich Untiefen, Strömungen, typische Windverhältnisse und Unterwasserhindernisse. Auf einem Flachsee ist dieser Absatz keine Formsache. Bußgelder reichen nach § 26 Abs. 2 bis 50.000 €, und wer wiederholt oder schwer verstößt, kann nach § 21 vom Gemeingebrauch ausgeschlossen werden.

Vorfahrt regelt § 12: Fahrgastschiffe haben Vorrang vor allen anderen, Fahrzeuge mit Motorkraft weichen der Erwerbsfischerei und allen anderen Fahrzeugen aus. Mit Motor unter den Füßen weichst du allen aus, dem Ausflugsschiff, dem Segler, dem Kanu und dem SUP, und zwar früh und gut erkennbar, lange bevor es eng wird. Gleichberechtigt bist du nur gegenüber einem zweiten Motorfahrzeug, und dann gilt § 12 Abs. 4, nach dem das von Steuerbord kommende Fahrzeug Vorfahrt hat.

Naturschutzgebiete, Surfgebiet, Badestrand: wo du nicht hindarfst

Das Steinhuder Meer ist der Kern des 426 km² großen Naturparks gleichen Namens, seit 1976 Ramsar-Feuchtgebiet, FFH- und EU-Vogelschutzgebiet mit rund 140 Brutvogelarten. Nicht die ganze Fläche ist frei. § 3 Abs. 4 DStMVO stellt klar, dass die Betretens- und Befahrensverbote der Naturschutzgebiete unberührt bleiben, und die sind erheblich. Das Naturschutzgebiet Totes Moor am Ostufer (188 ha) und das Naturschutzgebiet Westufer Steinhuder Meer (299 ha) sind zusammen 487 ha oder 17,6 % der Seefläche und für den Wassersport ganzjährig gesperrt, beide durch Bojenketten und große Schilder markiert. Neben dem westlichen Schutzgebiet liegt ein Rückzugsraum für Wasservögel von 269 ha (9,7 %), den § 4 Nr. 14 der Landschaftsschutzgebietsverordnung LSG-H 1 vom 15. September bis 19. März sperrt, ebenfalls mit Bojenkette. Nutzbar bleiben damit nach NLWKN etwa 80 %, ab Mitte September etwa 70 % der Wasserfläche.

Vor Mardorf liegt das eingetonnte Surfgebiet, etwa 800 x 1000 m, in dem § 19 Abs. 1 das Segel- und Kitesurfen zulässt und alles andere sperrt; jede andere Nutzung dort ist nach § 26 Abs. 1 Nr. 22 eine Ordnungswidrigkeit. Eine eFoil-Session läuft entsprechend außerhalb dieser Bojen, auch wenn du direkt daneben ins Wasser gehst. Wo genau die Schule ihre eFoil-Stunden fährt, veröffentlicht sie nicht. Der Badestrand Mardorf und der Badebereich der Badeinsel vor Steinhude sind mit roten Bojen markiert und dürfen nicht befahren werden (§ 14 Abs. 1 Nr. 2).

Was dann übrig ist, hat Regeln im Kleinen. Röhrichte, Großseggenrieder und Schwimmblattpflanzen dürfen auf dem ganzen See weder befahren noch begangen werden (§ 14 Abs. 1 Nr. 1). Die Reusen der Berufsfischer stehen ufernah und sind durch senkrechte Holzstangen markiert; an sie darfst du nicht heranfahren, und zu gekennzeichneten Fanggeräten hältst du mindestens 50 m Abstand (§ 14 Abs. 2). Ins Wasser kommst du nur über Häfen, Stege sowie Kran- und Slipanlagen (§ 13 Abs. 1); die Einsatzstellen auf der Karte der Region Hannover sind für Kanu, SUP und Windsurfen ausgewiesen, keine für Fahrzeuge mit Motor. Mit eigenem Board brauchst du einen Steg oder Hafen, dessen Betreiber dich einsetzen lässt, denn am Ufer lagern darfst du das Brett außerhalb von Hafenanlagen und Surfeinsatzstellen nicht (§ 13 Abs. 4). Auch die Drohne bleibt am Boden: Die LSG-Verordnung verbietet unbemannte Luftfahrzeuge über dem See, die NSG-Verordnung Totes Moor dazu in einer 500 m breiten Zone um das Schutzgebiet.

Die Bojenketten sind nur die Untergrenze: Störungsempfindliche Arten haben nach NLWKN eine Fluchtdistanz von etwa 300 bis 400 m, bis Mitte April rasten noch mehrere tausend Wasservögel auf dem See, ab Ende September wieder, und im Westen brüten seit 2000 Seeadler. Halte am Saisonanfang und ab September einen breiten Streifen zum West- und Ostufer frei.

eFoil-Fahrer mit Prallschutzweste und Fernbedienung fliegt auf einem SiFly-Board über ruhiges Wasser in der Abenddämmerung
Glattes Wasser, kaum Welle (Herstellerfoto von SiFly, nicht am Steinhuder Meer aufgenommen; welches Board die Schule in Mardorf fährt, nennt sie nicht)

Stunden, Miete und Bedingungen bei Surfers Paradise in Mardorf

Am Nordufer sitzt Surfers Paradise, Wassersport Center Steinhuder Meer, Ladenstraße 19 mit Einfahrt Badestraße, 31536 Neustadt am Rübenberge, Ortsteil Mardorf; eine zweite feste eFoil-Schule am See ist uns nicht bekannt. Geschult wird hier Kite, Windsurf, Wing, Pumpfoil, SUP, Segeln und Katamaran, das eFoil ist eines von vielen Angeboten, und Wohnungen, Zimmer und Zeltplätze liegen 50 m vom Ufer.

Das eFoil-Angebot ist eine Privatstunde. Eine Stunde gesamt, nach einer ausführlichen Einweisung in die Technik der größte Teil davon auf dem Brett, ein Instruktor die ganze Zeit dabei, Ausrüstung inklusive. Surfers Paradise verlangt dafür 250 € für das Einzeltraining, 250 € Gesamtpreis für zwei Teilnehmer, 300 € für drei und 400 € für vier. Zu zweit zahlt jeder 125 €, zu viert 100 €, bei geteilter Wasserzeit. Miete gibt es erst nach erfolgreicher Privatstunde oder nachgewiesener Erfahrung: 150 € für höchstens eine Stunde oder eine Akkufüllung, 100 € für die zweite Stunde. Welches Board die Schule fährt, steht auf ihrer Seite nicht; die Schwesterstation in Laboe nennt einen SiFly Rider als Schulungsfoil, über Mardorf sagt das nichts.

Tabelle seitlich wischen für weitere Spalten

eFoil bei Surfers Paradise, Mardorf
AngebotDauerPreisBedingung
Privatstunde, 1 Person1 Stunde gesamt250 €Ausrüstung inklusive, Instruktor dabei
Privatstunde, 2 Personen1 Stunde gesamt250 € GesamtpreisWasserzeit geteilt
Privatstunde, 3 Personen1 Stunde gesamt300 € GesamtpreisWasserzeit geteilt
Privatstunde, 4 Personen1 Stunde gesamt400 € GesamtpreisWasserzeit geteilt
Miete, erste Stundemax. 1 Stunde / 1 Akkufüllung150 €nur nach Privatstunde oder nachgewiesener Erfahrung
Miete, zweite Stunde1 Stunde100 €Einweisung und Sicherheitstipps inklusive
Listenpreise von Surfers Paradise, Stand 24. September 2026, ohne Gewähr. Ob ein Termin frei ist und was er am Buchungstag kostet, weiß nur die Schule.

Die AGB (Stand Mai 2026) nennen Bedingungen für Surf-, Kite- und Segelkurse: 15 Minuten Schwimmen in tiefem Wasser, mindestens 7 Jahre, Minderjährige mit schriftlicher Einwilligung der Eltern. Ein eigenes Mindestalter fürs eFoil steht dort nicht, die Buchungsanfrage ist der Ort für diese Frage. Stornieren kostet bis 30 Tage vor Beginn 20 %, bis 14 Tage 50 %, ab 3 Tage vorher 100 %. Fällt der Praxisteil wegen Wetter aus, gibt es einen Gutschein für die laufende Saison, keine Barauszahlung. Das Mietmaterial ist nicht versichert; die Schule empfiehlt die VDWS-Wassersportversicherung Safety-Tool, beschreibt sie aber für Kite, Windsurfen und Segeln. Ob sie ein gemietetes eFoil abdeckt, klärst du vor der Miete.

Geparkt wird gegenüber der Einfahrt Badestraße, kostenlos, und von dort läufst du 5 Minuten hinunter zur Ladenstraße. Die Schule beschreibt ihr Revier in drei Worten: stehtief, Sandboden, keine Motorboote. Der letzte Punkt stimmt nur zur Hälfte. Private Verbrenner sind vom Gemeingebrauch ausgeschlossen, aber drei Fahrgastschiffe pendeln von Mai bis Oktober zwischen Steinhude und Mardorf, und die Auswanderer, die traditionellen Segelboote für 25 bis 30 Personen, tragen neben den Segeln einen Motor. Dazu kommen gemietete Elektro-, Tret- und Segelboote, Kanus und SUPs. Ruhig ist der See, leer nicht.

Eine Privatstunde in Mardorf folgt dem Muster, das der eFoil-Kurs für jede Schule beschreibt, nur dass hier bis zu vier Leute das Wasser teilen. Zum Vergleich mit den Tarifen anderer Reviere dient die Liste eFoil mieten, und ob sich nach ein paar Mietstunden zu 150 € ein eigenes Board rechnet, macht der eFoil-Preis Posten für Posten auf. Im Ostseeurlaub triffst du denselben Betrieb in Laboe an der Kieler Förde wieder, dort mit einem SiFly Rider als Schulungsfoil; die einstündige Einweisung für höchstens 3 Personen kostet 200 €, der Verleih 150 € pro Stunde, und die übrigen Küstenstationen versammelt die Seite zum eFoil an der Ostsee. Die Station in Laboe liegt in der Strandstraße, direkt beim U-Boot-Ehrenmal.

Saisonfenster, Wind und Wasserstand am Steinhuder Meer

Die Saison legt die Verordnung fest, nicht die Schule. § 14 Abs. 1 Nr. 7 DStMVO verbietet das Befahren vom 1. November bis 31. März, § 19 Abs. 3 verkürzt das Verbot auf den 19. März, und so beginnt das Fenster für dein eFoil am 20. März und endet am 31. Oktober. Die Verlängerung bis 15. November gilt nur für Segel- und Kitesurfer im Surfgebiet, das für dich sowieso gesperrt ist. Die Saison des Centers in Mardorf reicht mit Kite und Windsurf in den November; für das eFoil ist am 31. Oktober Schluss, sofern niemand eine Ausnahme nach § 20 in der Hand hat. Der Grund ist der Vogelzug: Blässgänse, Gänsesäger und Löffelenten überwintern hier.

Nachts, von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, ist der Aufenthalt auf dem See einschließlich Ankern untersagt (§ 11 Abs. 1). Eine Session im letzten Abendlicht endet am Steg, nicht auf dem Wasser.

Wind ist auf diesem See kein Beiwerk. Die Schule nennt für ihre Kitekurse 8 bis 15 Knoten als normale Bedingungen; eine amtliche Windstatistik für den See nennt keine der Quellen dieser Seite. Für ein eFoil ist das die falsche Richtung, denn je mehr Wind, desto mehr kurze, steile Welle auf einer Fläche ohne Deckung. Die ruhigsten Stunden sind die frühen, bevor der Wind einsetzt und die Segler draußen sind. Geschichtet ist das Wasser nie: Weil der See so flach ist, mischt ihn der Wind ständig durch, die Wassertemperatur folgt der Lufttemperatur fast ohne Verzögerung, und Tagesschwankungen von über 5 °C sind im Sommerhalbjahr keine Seltenheit. Im Juli 2018 maß der NLWKN in einem halben Meter Tiefe über 31 °C. Im April und Oktober läuft es umgekehrt. Ein kalter Tag kühlt den See rasch aus, und ohne Neopren bleibt die Session kurz.

Wasserstand, Windstärke und Wassertemperatur gibt es nach Angaben des NLWKN als Telefonansage, gemessen im Hafenbecken auf dem Wilhelmstein; die Nummer steht in den FAQ des NLWKN, ob die Ansage noch läuft, blieb ungeprüft. Ein Anruf vor der Fahrt kostet wenig, und 20 cm weniger Wasser machen bei einem Foil einen Unterschied, den kein tiefer See kennt.

Prallschutzweste und Helm gehören mit eigenem Board an den Körper, ob eine Vorschrift sie verlangt oder nicht, und eine Haftpflicht, die Wassersportgeräte mit Motor einschließt, ist hier keine Formalie. Der Akku reicht für eine Session, nicht für die Runde um den See, und vor dem Rückweg willst du Reserve haben, weil dich bei leerem Akku niemand abschleppt außer dem Wind.

Zwei Männer am Strand bei Sonnenuntergang, einer hält ein Lift-eFoil hochkant, Mast und Tragflügel sichtbar
Mast und Flügel hängen unter dem Brett: bei einem Flachsee ist das Maß, das zählt (Herstellerfoto von Lift, nicht am Steinhuder Meer aufgenommen)

Von Hannover an den See, und warum der Maschsee ausfällt

Rund 25 km westlich von Hannover liegt der See, so steht es in der Naturschutzgebietsverordnung Totes Moor; Mardorf am Nordufer liegt noch ein Stück weiter. Mit dem Auto nimmst du die A2 und die Abfahrten Wunstorf-Luthe, Wunstorf-Kolenfeld oder Bad Nenndorf. Ohne Auto nimmst du die S-Bahn nach Neustadt am Rübenberge und dort die Buslinie 831 oder 835 nach Mardorf. Die 835 fährt ganzjährig als Ringlinie um den See, im Sommer mit Fahrradanhänger für 16 Räder. Nach Steinhude am Südufer (31515 Wunstorf) fahren die Linien 710 und 711 vom Bahnhof Wunstorf.

In der Stadt bleibt das Board trocken. Der Maschsee gehört der Stadt, jede Nutzung mit Wasserfahrzeugen braucht ihre Genehmigung, und § 2 Abs. 5 der Maschseeordnung vom 29. Januar 2015, zuletzt geändert 2024, schließt motorbetriebene Wasserfahrzeuge aus. Die Ausnahmen (Aufsichts-, Arbeits- und Rettungsboote, Fischer- und Modellboote, die ÜSTRA-Schiffe, Verleihboote, Segelboote mit höchstens 2 kW Hilfsmotor) kennen kein eFoil. Der Mittellandkanal mit dem Stichkanal Hannover-Linden und die Strecke Schneller Graben, Ihme und Leine ab km 16,76 sind Bundeswasserstraßen; dort gelten die Regeln unserer Regelseite, welche Beschränkungen das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt dort für Kleinfahrzeuge macht, war nicht Teil dieser Recherche. Eine eFoil-Schule mit fester Basis in der Stadt gibt es nach allem, was veröffentlicht ist, nicht; die nächste, die wir kennen, sitzt in Mardorf.

Bundesrecht auf dem Wasser gibt es ein paar Autostunden entfernt, an der Müritz, in Berlin und in NRW. Auf Bundeswasserstraßen gelten die Kennzeichenpflicht ab 2,21 kW, das Mindestalter von 16 Jahren und die 7,5-kW-Grenze, wie sie die Regelseite beschreibt. Am Steinhuder Meer kennt die DStMVO von alldem nur die Leistungsgrenze, und die liegt mit 7,35 kW um 0,15 kW niedriger.

Häufige Fragen

Darf ich mit dem eFoil auf dem Steinhuder Meer fahren?

Im Gemeingebrauch nach § 3 Abs. 1 DStMVO darfst du das: Batteriebetriebene Elektromotoren bis 7,35 kW (10 PS) sind zugelassen, und ein eFoil bleibt darunter. Gesperrt sind die Naturschutzgebiete am West- und Ostufer, das Surfgebiet vor Mardorf, die rot betonnten Badebereiche und ab 15. September der Rückzugsraum für Wasservögel.

Ist am Steinhuder Meer ein Führerschein fürs eFoil Pflicht?

Das ist offen. § 5 Abs. 4 DStMVO verlangt einen Befähigungsnachweis nur für Segelboote ab 6 m² Segelfläche, Segelsurfbretter, Eissegelyachten und Motorboote, und was ein Motorboot ist, definiert die Verordnung nicht; eine verbindliche Auskunft zum eFoil liegt uns nicht vor. Im Kurs greift § 5 Abs. 5, der Fahrten in Ausbildung unter Aufsicht einer geeigneten Person vom Nachweis ausnimmt. Für das eigene Board holst du dir vorher eine schriftliche Antwort der Region Hannover.

Wie teuer sind eFoil-Kurs und Miete am Steinhuder Meer?

250 € nimmt Surfers Paradise in Mardorf für die einstündige Privatstunde, allein oder zu zweit als Gesamtpreis; zu dritt sind es 300 €, zu viert 400 €. Die Miete danach kostet 150 € für die erste und 100 € für die zweite Stunde. Das Datum, an dem diese Listenpreise galten, steht unter der Tabelle.

Ist das Steinhuder Meer tief genug für ein eFoil?

Im Schnitt rund 1,4 m, an der tiefsten Stelle knapp 3 m: Auf dem offenen See reicht das für den Flug. In Ufernähe wächst Schilf bis in 1 m Tiefe, im Herbst liegt der Pegel 20 cm tiefer als im Frühjahr, und 2018 blieben zeitweise 88 cm. Miss die Mastlänge deines Boards, bevor du eine Startstelle wählst.

Wann darf ich am Steinhuder Meer eFoilen?

Vom 20. März bis 31. Oktober und nur bei Tag; nachts und im Winter ist der See gesperrt.

Passende Inhalte